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Neue Technologien für die Live-Produktion (II)

Weitere Neuheiten von der SportsInnovation Düsseldorf

Die „SportsInnovation“ in Düsseldorf zeigte neue Technologien rund um die Sportübertragung – hier zwei weitere  Beispiele für Innovationen aus unserer Ausgabe 7–8.2022.

EVS Extra Motion System
Foto: Creative Art Production

EVS verbessert die Bildqualität bei Slow-Motion-Aufnahmen mit KI

Jede Woche diskutieren Millionen Fußballfans und Experten über Spielszenen in Fußballspielen, die im Fernsehen in den bisherigen Zeitlupen nur mit Bewegungsunschärfen und entsprechend ungenau zu sehen sind. Dem soll ein KI-System von EVS abhelfen.

Das Unternehmen präsentierte XtraMotion, einen cloudbasierten Service, der jederzeit und überall sofort zur Verfügung steht, ohne dass zusätzliche Hardware vor Ort erforderlich ist. Aus Videos mit „normalen“ Bildraten von 25 fps wird eine qualitativ hochwertige 3-fach Super-Slow-Motion mit 75 fps errechnet. Das geschieht mittels Analyse einer Künstlichen Intelligenz. Der errechnete Super-Slow-Motion- Clip wird direkt wieder im Videoserver platziert und ist innerhalb von Sekunden abspielbereit. Die unterstützten Quellformate sind 720p, 1080i, 1080p und SDR/HDR.

Bernd Mattheus, System Engineer bei EVS, erläutert den Workflow: Ein Videoclip auf dem XT VIA Production Server wird vom Operator direkt mit seinem LSM VIA Controller in die Cloud geschickt. Hier erfolgt mit der KI eine blitzschnelle Berechnung des Clips in der Cloud. Rasche Transferwege ermöglichen dem Operator einen Einsatz des berechneten Clips in dem zur Szene zugehörigen Slow-Motion-Paket noch während der Live-Übertragung.

„Der Benefit dieser Technologie ist die Aufwertung der ,normalen‘ Kameras mit 25 Bildern bei den Slomos“ “, erklärt Bernd Mattheus. „Die Produktionskosten sind gering, normale Kameras werden zu Super-Slow-Motion-Kameras in den Replays. XtraMotion Clips können bei Analysen von Spielszenen und in der Postproduktion sowie in der Nachberichterstattung verwendet werden.“

Toningenieur Carsten Mosler in der Tonregie bei TVN in Hannover an der Lavo mc² 56 Audio Production Console samt 7.1.4-Lautsprecheranlage fürht die Mischung von Dolby Atmos und dem Downmix für Dolby 5.1 und Stereo aus
Foto: Creative Art Production

Tonmischung von Bundesligaspielen in Dolby Atmos per Remote

Der TV-Dienstleister TVN Live Production aus Hannover stand mit zwei UHD Ü-Wagen an der Arena in Düsseldorf, um die gezeigten Fußballspiele von Amateuren in der Arena mit dem TVN-Ü6UHD und das Inhouse-Programm mit dem TVN-Ü3UHD zu produzieren. Neben den technischen Präsentationen stellte die TVN Live Production auch eine mögliche Lösung für das Mischen der Audiosignale von Bundesligaspielen per Remote vor.

Zu Demonstrationszwecken wurde in Düsseldorf ein Multitrack Playback des Bundesligaspiels zwischen Dortmund und Leipzig abgespielt, über ein AES67 Netzwerk nach Hannover übertragen, dort in Dolby Atmos 5.1.4 gemischt und als diskrete Sendesummen im selben Netzwerk zurück nach Düsseldorf übertragen. „Auf diese Weise ließ sich die extrem geringe Latenz, das heißt die Zeit, in der das Signal von Düsseldorf nach Hannover und wieder zurück nach Düsseldorf benötigt, besonders gut aufzeigen“, erläutert Carsten Mosler, Toningenieur bei TVN. „Dem Drücken von ,Play‘ am Playback System folgte sofort der Ton aus den Lautsprechern der Tonregie des TVN-Ü6UHD und das trotz des Umweges über Hannover. Diesen haben die Signale in unter 30 ms bewältigt, was für das ungeübte Auge und Ohr fast nicht wahrzunehmen ist.“ Diese geringe Zeitdifferenz lässt sich dann im Nachhinein noch mit der herkömmlichen Sendetechnik im Übertragungswagen leicht ausgleichen, selbst im UHD HDR-Signal.

Für die technische Realisierung hat die TVN Live Production an ihrem Firmensitz in Hannover eine Dolby Atmos Tonregie aufgebaut, dessen Herzstück ein Lawo mc256 MK3 bildet. Diese Mischoberfläche ist an ein redundantes Lawo UHD Core-System angeschlossen, welches bis zu 1.024 DSP- Kanäle verarbeitet. „Die Kommandoanbindung erfolgte mittels AES67 Sprechstellen von Riedel an die im TVN- Ü6UHD eingebauten Riedel Artist Mainframes, mit dem Resultat, dass auch hier die räumliche Trennung von Toningenieur und Bildregie keine Rolle spielt, denn auf diese Weise verhalten sich die Sprechstellen wie ein direkt im Übertragungswagen eingebautes Panel“, erklärt Carsten Mosler.


Hier finden Sie zwei weitere neue Technologien von der SportsInnovation Düsseldorf!


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