Anzeige
Anzeige
Aufwendige Broadcast-Produktion von RTL Deutschland (2)

Unter Wasser und hoch hinaus

Bei der Produktion und Aufzeichnung der elf Shows von Ninja Warrior Germany 2023 betrieb RTL Deutschland beträchtlichen Aufwand.  Wir haben für unser Heft 11.2023 hinter dir Kulissen geschaut.

Set von Ninja Warrior Germany
Foto: Creative Art Production

Nach einer Pause für das Abendessen fand an der Stage 2 eine weitere Einweisung statt, während parallel dazu der technische Umbau der Kameras und Kräne in die Haupt-Mall lief. Ein Bildtechniker im Neoprenanzug und mit Taucherbrille stellte die mit frischen Akkus bestückten vier GoPro-Kameras in Unterwassergehäuse. Dann wurden die Kameras gestartet, der Techniker stieg ins wassergefüllte Bassin des letzten Hindernisses „Wasser-Wände“ und befestigte die Kameras an den Halterungen an den durchsichtigen Kunststoffwänden.

Nach dem Ende der Vorbereitungen startete die zweite Aufzeichnung. Das erste Hindernis, an dem Luca Hänni wieder als Zehnter startete, hieß „Chaos-Kegel“, die in unterschiedlichen Winkeln rotieren und über die die Athleten hinweglaufen mussten.

Das zweite Hindernis war der „Wandsprung“, bei dem nur die Hände benutzt werden durften. Es folgten die „Schwingenden Speichen“. Die „Steil-Treppe“ war das vierte Hindernis. Wir fragten Luca Hänni, wie er die „Steil-Treppe“ absolviert hatte. „Das Geheimnis an der Steil-Treppe war, den Rhythmus zu finden“, sagte er. „ Nicht zu lange durchzuhängen und sich schnell hochzuhangeln, war die Lösung. Dabei durfte man nicht ins Stocken geraten, sondern musste immer zügig weitermachen.“

Das schwierigste Hindernis waren für ihn allerdings die neu eingeführten „Wasser-Wände“. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass das so schwer wird, ich war so außer Atem, dass ich nicht einmal fünf Sekunden die Luft anhalten konnte und fast schon hyperventilierte. Das neue Hindernis war für mich auf jeden Fall ungeahnt schwierig zu bewältigen.“ Mit dem Ende der zweiten Aufzeichnung war gegen 21:50 Uhr die Sonne in Köln untergegangen. Bevor die dritte Aufzeichnung bei kompletter Dunkelheit im Außengelände startete, gab es noch einen Abendsnack für die Crew.

Am Unterwasser-Set von Ninja Warrior Germany
Die Unterwasserkameras wurden kurz vor Aufzeichnungsbeginn gestartet und montiert. (Foto: Creative Art Production)

16 Kameras für die Bildkomposition

Der Bildregie standen insgesamt 16 kabelgebundene und drahtlose Kameras Grass Valley LDX 86N zur Verfügung, inklusive Spezialkameras, zwei Kränen und einer Schienenkamera. Als Objektive kamen überwiegend UHD-Optiken unterschiedlicher Brennweiten zum Einsatz. Hinzu kamen die vier GoPro-Kameras jeweils in einem Unterwassergehäuse am letzten Hindernis der Stage 2. PMT Professional Motion Technology aus Hamburg hatte die nachfolgende Kameratechnik mit Zubehör samt Personal gestellt:

  • Scorpio 45 ist ein Teleskopkran mit Gyro-stabilisierter Shotover-Gimbal im Remotehead. Der maximal 14 Meter lange Kamerakran hat eine Teleskopgeschwindigkeit von bis zu 2,6 m/s. Erforderliches Personal: Operator, 2 Techniker (Schwenker) und 2 Dolly-Pusher, Positionen: Stage 1, Stage 2 und „Mount Midoriyama“
  • Jimmy Jib ist ein starrer Kamerakran mit stabilisiertem Remotehead (Newtonhead) mit einer Optikhöhe von 10,60 Metern. Personal: Operator, Techniker und Dolly-Pusher, Position: Stage 1 und Moderatoren- Plattform in etwa sieben Metern Höhe
  • Filou Drive ist ein fernlenkbares Dolly-Schienensystem mit der Möglichkeit, einen fernsteuerbaren Kamerakopf mit gyro-stabilisiertem Shotover Gimbal im Remotehead einzusetzen. Nach Angaben von PMT führt „die schmalspurige Aluminiumschiene das Dolly sanft und sicher, sowohl auf Geraden als auch durch Kurven mit einem minimalen Radius von nur 90 Zentimetern.“ Das System hing an einer Truss unter der Hallendecke. Personal: Operator und Spezialtechniker, Position: MMC Studio Haupt-Mall, Stage 2
  • Viewcam ist eine senkrecht auf die Optikhöhe von 21 Metern ausfahrbare Säule als Tower für Beautyshots bei Außenaufnahmen. Die Säule ist auf einem zweiachsigen Anhänger montiert, der von einem Transporter mit Anhängerkupplung gezogen werden kann. Personal: Operator, Positionen: Im Gerüst des „Mount Midoriyama“
  • Liftwinch ist ein Windensystem mit stabilisiertem Remotehead (Stab-C). Nach Angaben von PMT kann man „mit der Liftwinch einmalige Aufnahmen machen, indem das System von bis zu einer Höhe von 80 Metern mit einer Geschwindigkeit von 8,5 Meter/Sekunde gedroppt werden kann“. Personal: Operator, Position: Stage 3

Mount Midoriyama

Auch an diesem Set gab es zunächst wieder eine Sicherheitseinweisung für die Protagonisten. Dann mussten einige Kameras und Tonequipment nach draußen gebracht und neu an bereits verlegte Kabel angeschlossen werden. Als die technischen Umbauten
abgeschlossen waren, startete die dritte Aufzeichnung mit einer Moderation und den beiden besten Ninja aus diesem Wettkampf. Diese sollten zuerst in einem offenen Schacht, abgestützt mit den Füßen an den Seitenwänden, nach oben gehen. Dann folgte die „Himmelsleiter“, wobei mit einer etwa 120 Zentimeter langen Metallstange, die quer in den Händen der Finalisten lag, über 20 Sprossen nach oben gesprungen werden musste. Wer dann noch Kräfte hatte, musste an einem Seil weiter nach oben klettern und konnte dort den Buzzer drücken.

Die Aufzeichnung endete gegen Mitternacht mit einem spektakulären Feuerwerk samt allem, was die Pyrotechnik hergab. Danach erfolgte der technische Rückbau der Gerätschaften in die Studios. Anschließend konnte das Team in den nächtlichen Feierabend gehen.

Kameraleute bei Ninja Warrior Germany

Tonregie bei Ninja Warrior Germany
MMC Studios: Tonregie

Fazit

RTL Deutschland hatte weder Kosten noch Mühe gescheut, zehn Sendungen „Ninja Warrior Germany 2023“ und als elfte Produktion das Promi Special besonders prächtig in Szene zu setzen und einen Monat lang in den MMC Studios in Köln zu produzieren. Mit 16 Kameras inklusiv diversen Spezialkameras und zusätzlichen vier Unterwasserkameras, dem Bühnen- und Lichtdesign und der Pyrotechnik wurde dieses Jahr nahezu das gesamte fernsehtechnische Portfolio der TV-Produktionsbranche aufgefahren.

Die Sendung „Ninja Warrior Germany Promi Special 2023“ wird bei RTL Ende des Jahres 2023 in 1080i mit Stereoton ausgestrahlt. Dann können alle sehen, wer am „Mount Midoriyama“ gewonnen hat – was wir hier noch nicht verraten dürfen. [15382]


Erfahren Sie hier, wie das Setup der RTL-Showproduktion „Ninja Warrior Germany” geplant wurde!


Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.