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TV-Produktion mit Crosscast UHD Ü-Wagen in den MMC Studios Köln

Volle Punktzahl für „Let’s Dance“

In den MMC Studios in Köln werden für RTL seit Ende Februar insgesamt 14 Folgen der Live-Show „Let’s Dance“ produziert. Nahezu 100 Mitarbeitende aus Redaktion und Produktion sind am Gelingen beteiligt. Der technische Aufwand für die beteiligten Gewerke ist immens und der Workflow unter Covid-19- Hygienebedingungen verlangt exakte Planung und Umsetzung. Bernhard Herrmann hat sich für unser Heft 7–8.2021 bei den Proben umgesehen.

Die MMC Studios Köln GmbH verfügt mit dem Coloneum in Köln über eines der größten und modernsten Studiogelände Europas mit 20 Film- und TV-Studios. „Auf 157.000 Quadratmetern Studiogelände finden Produzenten und Sender die perfekte Kombination aus Location und Services für Produktionen jeder Art und Größenordnung“, sagt Jens Wolf, einer von drei Geschäftsführern der MMC Studios. 129 fest angestellte Mitarbeitende in der MMC Gruppe, die produktionsabhängig auf bis zu 800 freie Mitarbeitende ergänzt werden können, produzieren jährlich etwa 200 Shows, darunter neben der RTL-Produktion „Let’s Dance auch „Buchstabenbattle“ für Sat.1, „The Masked Singer“ für ProSieben, „Die Höhle der Löwen“ für Vox und „Studio Schmitt“ für ZDF Neo. „Durch die exzellente Studio-Infrastruktur, aktuellste Produktionstechnik, die hocheffiziente Postproduktion, ein ausgezeichnetes Art Department und erfahrene Mitarbeiter ist die MMC Studios Köln GmbH der führende Full Service-Dienstleister für Entertainment-Shows und Serien in Deutschland“, erläutert Jens Wolf.

Fabian Leimbach ist bei der MMC-Gruppe dafür verantwortlich, neue Technologien und innovative technische Ansätze im Geschäftsbereich der Stabstelle der Unternehmens- gruppe auszubauen und Ideen für neue Business-Cases zu erschaffen. Seine erste herausfordernde Aufgabe war die Planung und der Ausbau des neuen UHD HDR Ü-Wagens für Dienstleister und Tochterunternehmen Crosscast. Der in der Region Hannover aufgewachsene 27-Jährige absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton bei TVN in Hannover. Auf dem Weg nach Köln lagen Stationen bei Ü- Wagen-Dienstleistern, E-Sports- und TV-Produzenten in den Funktionen als Bildmischer, Produktionsingenieur, Head of Engineering und Technical Director.

Produktion des Viertelfinales

Die Vorbereitungen des Viertelfinales von „Let’s Dance“ am 14. Mai 2021 mit der zehnten Liveshow in der 14. Staffel beginnen für die Mitarbeitenden am Mittwochvormittag. Für diejenigen, die noch keinen vollständigen Impfschutz gegen SARS-CoV-2 besitzen, geht es zunächst zu einem PCR-Test oder einem Covid-19-Schnelltest in den MMC Studios.

Showlicht-Designer und -Operator Udo Rath beim Einleuchten

Auf dem Tanzparkett im Studio 32, in dem seit Anfang Februar 2021 die Bühne, Beleuchtung und Kameratechnik aufgebaut sind, ist ein Lichtstellpult für das Einleuchten der nächsten Sendung aufgestellt worden. Die Choreografie des Tanzpaares, auf dem 36 Quadratmeter großen Parkett der Bühne, wird jeweils mit einem individuellen Studiolicht des Lichtdesigners und lichtsetzenden Kameramanns David Kreileman sowie Udo Rath inszeniert, Dabei kommen von der Decke hängende Kronleuchter, LED-Videowalls, Flammen und farblich zu den Kostümen abgestimmte Pyroeffekte am Bühnenrand zum Einsatz. Publikum ist pandemiebedingt noch nicht im Studio zugelassen. Udo Rath sitzt am Probenpult auf der Tanzfläche hinter der Schienenkamera und hat die gesamte Bühne aus der Zuschauerperspektive im Blick. „Let’s Dance ist ein sehr edles Format, eine Sendung mit Glamour und Glow. Das Lichtdesign muss so vielfältig sein, dass jede Stimmung der Tänze und Inszenierungen individuell lichtgestalterisch unterstützt und das Studio in eine andere Welt getaucht wird“, erläutert er. „Es geht von fröhlichen, düsteren, aggressiven bis hin zu traurigen Stimmungen, welche über die Gestaltung des Lichts die jeweilige Situation in den Tänzen unter- stützen. Jedoch soll bei dem ganzen Showlicht nicht der Fokus vom Tanzpaar genommen werden.“

Eine besondere Herausforderung dabei ist die Tatsache, dass die Tanzfläche zu fast 360 Grad bespielt wird. „Aus jeder Achse muss daher das Showlicht ideal sein. Es werden Vierer-Starlightfilter in den UHD-Kameras benutzt. Somit benötigen wir viele Einstrahler, um den Effekt auch zu sehen und zu nutzen“, ergänzt der lichtsetzende Kameramann David Kreileman. In seinem Department kann er auf insgesamt zehn Grass Valley LDX 86N UHD-Kameras zählen, die jeweils mit Canon Digisuper-Objektiven in unterschiedlichen Brennweiten und Zoomfaktoren ausgestattet sind. Neben zwei Handkameras und den klassischen Pumpenstativen gibt es noch eine Steadicam, einen Schienendolly und einen 12-Meter-Kran. „Weil die UHD-Kameras und UHD-Objektive etwas lichtunempfindlicher sind, benötigen wir überall etwas mehr Licht. Angefangen vom Weißlicht, dass etwas mehr Lux benötigt, bis hin zum Showlicht, welches in der Programmierung und auch in der Auswahl der Lampen etwas für die UHD-Produktion angepasst werden musste“, erläutert Udo Rath. „Im Weißlicht nutzen wir größtenteils Movinglights, damit wir hier individueller und spontaner in das Color-Matching eingreifen können. Auch in der Inszenierung gibt es somit mehr Möglichkeiten. Daher haben wir die Followspots gegen Movinglights ausgetauscht, weil wir mehr Lichtleistung benötigen. Auch hier haben wir mehr Möglichkeiten, auf Kopfdruck die Farbe oder die Struktur des Followspots zu beeinflussen“, sagt David Kreileman.

Mikrofone und Sound

Im Studio sind 12 Atmo-Mikrofone eingerichtet, mit denen ein Stereoton hergestellt wird. Acht Kopfbügel-Mikrofone werden für die Moderatoren und die Jury eingesetzt. Die Tanzpaare nutzen nach ihren Auftritten bei der Jurybewertung Handsender von Sennheiser. Einsatzbereite Reservemikrofone liegen bei der Aufnahmeleitung.

„Wir produzieren den Ton in der Dolby Atmos-zertifizierten Tonregie des Crosscast UHD HDR Ü-Wagens. Eine Stereo- Summe und noch weitere abgesteckte Tonspuren für die Weiterverarbeitung und Verteilung des Audiosignals durch den RTL-Schaltraum kommen hinzu. Dazu benutzen wir die Audiokonsole Lawo mc256. Somit bieten wir den RTL-Zuschauern die bestmögliche Soundqualität“, erläutert Fabian Leimbach.

Mit diesem Stereo-Setup ist aber auch Dolby 5.1 möglich. Bei der Encodierung im Sender werden mehrere Tonkanäle auf wenigen Tonspuren untergebracht. Wird das im Fernse- her eingehende Tonsignal per HDMI-Kabel in einen Receiver geleitet, der mit einem Dolby Surround Decoder oder Dolby Pro Logic Decoder ausgestattet ist, stellt der Dolby Algorithmus daraus einen virtuellen Mehrkanalton her, der die sechs Lautsprecher eines 5.1 Heimkino-Systems im Raum erklingen lässt.

Überblick gefragt: Fabian Leimbach an derInfrastruktur für die Anbindung zwischen Ü-Wagen und den Studios

Crosscast und HDR-Ü-Wagen

Der zu Crosscast gehörende UHD HDR Ü-Wagen wurde von einem Dienstleister erworben, von Dutzenden Kilometern Kupferkabeln befreit und mit 22 Arbeitsplätzen komplett neu aufgebaut. Vorne befindet sich die Tonregie, hinten liegt die Bildtechnik. Dazwischen befinden sich zwei Regien mit drei beziehungsweise zwei Slomo-Operator-Plätzen. Alle Räume sind über separate Treppen und Eingänge erreichbar. Der Ü-Wagen ist für 16 Kameras Grass Valley 86 Series, einschließlich LDX 86 HiSpeed oder für 16 Kameras Blackmagic URSA Broadcast konzipiert. „Wir haben uns dazu entschieden, das Kreuzschienen-System von Ross Ultrix einzusetzen. Damit verbinden wir dezentrale mit zentralen Workflows. In der Kreuzschiene haben wir zusätzlich das Multiviewer System integriert und setzen neben der kompletten Signalverteilung auch das gesamte Audio Embedding und Debedding in dieser zentralen Kreuzschiene um. Zusätzlich ist der Bildmischer Ross Ultrix Acuity auch ein Teil der Kreuzschiene, welcher uns eine große Processing-Leistung und viel Spielraum für kreative Umsetzungen in der Bildmischung erlaubt“, erklärt Fabian Leimbach. [14661]


Sie möchten mehr über die Broadcast-Produktion von “Let’s Dance” lesen? Hier geht es zum kompletten Artikel!


 

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