Sony kombiniert Monitor und Kamerasteuerung in DP7 und DP5
von Uwe Agnes,
Sony stellt zur IBC 2026 mit RM-DP7 und RM-DP5 zwei neue Remote Control Units für die Cinema Line vor. Die Geräte verbinden einen Fieldmonitor mit der direkten Bedienung wichtiger Kamerafunktionen. Damit zielt Sony vor allem auf kleine Teams, Solo-Operatoren und Setups, bei denen Kamera und Bedienposition räumlich voneinander getrennt sind.
DP7 und DP5 verfügen über sieben beziehungsweise fünf Zoll große Full-HD-Displays und greifen Sonys „BIG6“-Bedienkonzept auf. Direkt am Monitor lassen sich damit unter anderem Belichtung sowie mit entsprechenden Objektiven Fokus und Powerzoom steuern. Neben dem Touchscreen stehen dafür ein Bedienknopf, Multifunktionsräder und frei belegbare Tasten zur Verfügung.
Zum Marktstart werden FX5, FX3, FX2 und FX30 unterstützt. Die Integration von FX6 und BURANO soll dagegen erst mit einem Firmware-Update in der zweiten Jahreshälfte 2027 folgen.
Kontrollmonitor statt reiner Bildkontrolle
Interessant ist vor allem die Verbindung bislang häufig getrennter Aufgaben. DP5 und DP7 sollen nicht nur das Kamerabild anzeigen, sondern gleichzeitig als abgesetzte Bedienoberfläche dienen. Das kann etwa bei Kameras auf Gimbals, Kränen oder schwer zugänglichen Positionen interessant sein, aber auch bei kleinen Teams, in denen sich nicht für jede Kamera ein eigener Operator unmittelbar am Gerät befindet.
Sony stattet beide Modelle dafür mit Displays mit einer angegebenen Helligkeit von bis zu 2.000 cd/m² aus. Jedes Gerät wird laut Hersteller im Werk individuell kalibriert und kompensiert während des Betriebs Veränderungen von Farbtemperatur und Chromatizität. Sechs Presets sowie bis zu 16 LUTs im CUBE-Format können genutzt werden. Damit sollen die Geräte neben der Kamerabedienung auch eine verlässlichere Beurteilung des Bildes am Set ermöglichen.
Kabelgebunden und drahtlos
Beide Controller besitzen HDMI-Ein- und -Ausgänge. Der größere DP7 bietet zusätzlich 12G-SDI und kann Signale zwischen SDI und HDMI in beide Richtungen konvertieren. Für drahtlose Setups ist die Zusammenarbeit mit ausgewählten Funksystemen von Drittanbietern vorgesehen. Sony nennt zunächst Hollyland Pyro Ultra und Teradek Bolt 7.
Die Aluminiumgehäuse sind für den Einsatz unter Produktionsbedingungen ausgelegt und berücksichtigen laut Sony auch Staub- und Feuchtigkeitsschutz. Zur Stromversorgung können BP-U-Akkus und USB Power Delivery genutzt werden; beim DP7 kommt ein DC-Eingang hinzu.
Bedienung wandert von der Kamera weg
DP5 und DP7 lassen sich zugleich als Reaktion auf einen breiteren Trend lesen: Gerade bei kompakten Cinema-Kameras sitzt derjenige, der das Bild beurteilt oder Einstellungen verändert, längst nicht mehr zwangsläufig direkt hinter der Kamera. Gimbals, Remote-Heads, Fahrzeug-Rigs und kleinere Crews haben Kamera und Bedienplatz zunehmend voneinander getrennt.
Sony führt deshalb Monitoring und Kamerasteuerung in einem Gerät zusammen. Der Ansatz erinnert funktional stärker an abgesetzte Bedienkonzepte aus größeren Produktionsumgebungen, wird hier aber auf kompaktere Cinema-Line-Setups übertragen. Entscheidend für den praktischen Nutzen dürfte sein, wie umfassend die Kamerafunktionen tatsächlich aus der Ferne zugänglich sind. Die zunächst eingeschränkte Modellunterstützung zeigt zudem, dass Sony das Konzept schrittweise in die Cinema Line integriert.
RM-DP7 und RM-DP5 sollen im Januar 2027 auf den Markt kommen. Sony nennt Preise von 3.300 Euro für den sieben Zoll großen DP7 und 2.500 Euro für den DP5 mit fünf Zoll.