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News von der IBC 2026 - powered by Riedel

ARRI bringt SMPTE ST 2110 auf die ALEXA 35 Live

ARRI erweitert sein ALEXA 35 Live-Multicam System um SMPTE ST 2110. Zur IBC 2026 zeigt der Hersteller damit eine vollständig IP-basierte Anbindung der Kamera an Broadcast-Infrastrukturen. Möglich wird sie mit dem Software Update Package 1.5.0 für das Live Production System LPS-1.

IBC ARRI
Foto: ARRI

Mit der neuen Software kann das LPS-1 unkomprimiertes Video, Mehrkanal-Audio und zeitkritische Metadaten über eine 25-GbE-Full-Duplex-Verbindung übertragen. Damit rückt die ALEXA 35 Live technisch näher an klassische ST-2110-Produktionsumgebungen in Studios, Stadien, Flypacks und Remote-Produktionen.

Über die IP-Verbindung lassen sich gleichzeitig zwei unkomprimierte UHD-Kamerasignale sowie mehrere HD- oder UHD-Return-Video- und Return-AUX-Signale transportieren. Mehrere HD-Streams können außerdem für High-Framerate-Aufnahmen und damit Slow-Motion-Anwendungen genutzt werden.

Redundanz und offene Standards

Für Live-Produktionen besonders relevant ist die Unterstützung von SMPTE ST 2022-7. Zwei SFP28-Transceiver mit jeweils 25 GbE ermöglichen zwei gleichzeitig aktive Netzwerkpfade. Fällt einer davon aus, soll das System ohne sichtbare Unterbrechung auf den zweiten wechseln.

ARRI setzt dabei nicht nur auf den eigentlichen Medientransport nach ST 2110. Das LPS-1 unterstützt auch die AMWA-NMOS-Spezifikationen IS-04, IS-05, IS-08 und IS-09 sowie die Sicherheitsstandards BCP-003-01 und BCP-003-03. Damit lassen sich Geräte und Streams im Netzwerk automatisch erkennen, Verbindungen verwalten und Audiokanäle zuordnen. PTP übernimmt die Synchronisation.

Interessant ist diese Kombination vor allem für Produktionen, in denen die ALEXA 35 Live nicht als geschlossenes Kamerasystem betrieben werden soll, sondern Teil einer herstellerübergreifenden IP-Infrastruktur ist. ARRI nennt unter anderem Umgebungen von Riedel Communications und SimplyLive. Der britische Live-Produktions- und Systemintegrationsspezialist Adlib hat eine Vorabversion bereits in einem Produktionssystem für eine große Arena-Tour eingesetzt.

Cinema und Broadcast wachsen zusammen

Die ST-2110-Integration steht zugleich für eine Entwicklung, die sich in der Live-Produktion seit einigen Jahren verstärkt: Die technische Trennung zwischen Cinema- und Broadcast-Kameras wird durchlässiger. Kameras mit großem Sensor und einem aus der szenischen Produktion kommenden Bildcharakter werden zunehmend bei Konzerten, Shows und anderen hochwertigen Live-Produktionen eingesetzt. Gleichzeitig müssen sie sich dort in die für Broadcast selbstverständlichen Produktionsstrukturen einfügen.

Genau an dieser Stelle setzt ARRI mit der ALEXA 35 Live an. Entscheidend ist nicht allein, eine Cinema-Kamera für eine Live-Produktion nutzbar zu machen. Mit ST 2110, NMOS, PTP und redundanten Netzwerkpfaden erhält das System Funktionen, die eine Integration in professionelle IP-basierte Broadcast-Infrastrukturen ermöglichen. Damit treffen zwei bislang unterschiedlich geprägte Welten nicht nur beim gewünschten Look, sondern zunehmend auch auf Ebene der Produktions- und Netzwerktechnik aufeinander.

Die ST-2110-Funktionalität kommt mit LPS-1 SUP 1.5.0 und erfordert eine permanente Softwarelizenz. Sie kostet 7.500 Euro und ist über den ARRI License Shop erhältlich. Das Update selbst steht bereits zum Download bereit.

Auf der IBC 2026 demonstriert ARRI die neue IP-Anbindung in Halle 10, Stand A24. Dort ist die ALEXA 35 Live Xtreme unter anderem in einem Slow-Motion-Workflow mit Riedels SimplyLive-Technologie zu sehen. Gezeigt werden außerdem zentrale Systemsteuerung und Live Look Management über die ARRI MCU sowie automatisierte Setups und Look-Wechsel mit Live Edit.

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