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News von der IBC 2026 - powered by Riedel

Ikegami erweitert UNICAM-XE-Kameras um variable ND-Filter

Ikegami erweitert zur IBC 2026 seine UNICAM-XE-Serie um vier Kameras mit integriertem variablem ND-Filter. UHK-X700VN, UHK-X750VN, UHK-X600VN und UHK-X650VN sollen damit auch bei klassischen Broadcast-Produktionen eine gezieltere Kontrolle von Blende, Schärfentiefe und Bokeh ermöglichen.

IBC Ikegami
Screenshot

Technische Grundlage der neuen VN-Modelle ist ein stufenlos regelbarer Neutraldichtefilter. Er erlaubt es, die Belichtung zu verändern, ohne dafür zwangsläufig die Blende verstellen zu müssen. Damit kann der Operator eine gewünschte Schärfentiefe beibehalten, auch wenn sich die Lichtverhältnisse während einer Produktion ändern.

Ikegami setzt dafür auf eine eigene Filterkonstruktion, bei der die Regelung bereits bei einer Stellung ohne Lichtreduktion beginnt. Bei konventionellen variablen ND-Systemen kann dagegen beim Übergang vom klaren Filter in den regelbaren ND-Bereich ein Helligkeitssprung auftreten. Die neue Lösung soll eine kontinuierliche Belichtungsänderung auch während einer Live-Produktion ermöglichen.

Mehr Kontrolle über Blende und Schärfentiefe

Auf dem variablen ND-Filter bauen zusätzliche Automatikfunktionen auf. So lässt sich ein Bereich definieren, innerhalb dessen die Objektivblende arbeiten darf. Das kann dazu dienen, ein Objektiv in einem optisch günstigen Blendenbereich zu halten oder eine bestimmte Schärfentiefe nicht zu überschreiten.

Ein weiterer Modus kombiniert variablen ND-Filter, Objektivblende und elektronischen Gain zu einer automatischen Belichtungssteuerung. Die Kamera kann damit über einen großen Helligkeitsbereich reagieren, während vom Operator vorgegebene Bildeigenschaften möglichst erhalten bleiben.

Neben gestalterischen Möglichkeiten nennt Ikegami einen sehr praktischen Anwendungsfall: Beim Aufnehmen von LED-Wänden kann die Wahl einer geeigneten Blende beziehungsweise Schärfentiefe helfen, störende Strukturen und Interferenzmuster zu reduzieren. Das betrifft sowohl LED-Flächen in Studios als auch Virtual-Production-Umgebungen.

Broadcast übernimmt Cinema-Werkzeuge

Bemerkenswert ist dabei weniger der ND-Filter an sich als seine Integration in klassische Broadcast-Kameras. Variable ND-Systeme haben sich insbesondere bei digitalen Cinema-Kameras als Möglichkeit etabliert, Belichtung und Blende voneinander zu entkoppeln. Ikegami überträgt dieses Prinzip nun auf Studiokameras mit 2/3-Zoll-Sensoren und B4-Optiken.

Damit zeigt sich dieselbe Annäherung von Cinema und Broadcast, die derzeit auch an anderer Stelle zu beobachten ist – allerdings aus der anderen Richtung. Während Large-Format-Cinema-Kameras zunehmend Funktionen für Live- und Broadcast-Workflows erhalten, übernehmen traditionelle Broadcast-Kameras Werkzeuge, mit denen sich die Bildgestaltung stärker über Schärfentiefe und Bokeh steuern lässt. Die Grenzen zwischen beiden Kamerawelten werden damit zwar nicht aufgehoben, ihre jeweiligen Arbeitsweisen nähern sich aber weiter an.

Vier Kameras mit VN-Technik

Spitzenmodell ist die UHK-X700VN mit drei 2/3-Zoll-CMOS-Sensoren in 4K und Global Shutter. Sie unterstützt HLG sowie BT.2020 und BT.709. In Verbindung mit der BSX-100-Basisstation sind optional gleichzeitige 4K- und HD-Ausgaben möglich. 4K steht außerdem direkt am Kamerakopf über 12G-SDI zur Verfügung, etwa für den Einsatz in drahtlosen Kamerasystemen.

Optional sind High-Framerate-Aufnahmen mit bis zu zweifacher Bildrate in 4K und achtfacher Bildrate in HD möglich. Die UHK-X750VN bietet die gleichen wesentlichen Funktionen als reine Studiokamera. UHK-X600VN und UHK-X650VN sind zunächst HD-Modelle, die sich über einen Software-Lizenzschlüssel auf natives UHD erweitern lassen.

Ikegami zeigt die UHK-X700VN auf der IBC 2026 in Halle 12 am Stand 12.A31. Bestellungen für alle vier neuen VN-Modelle sollen ab November 2026 möglich sein.

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