Mit dem FS8 stellt AJA auf der IBC 2026 einen neuen Video- und Audioprozessor für hybride Produktionsinfrastrukturen vor. Der Frame-Synchronizer verarbeitet bis zu acht HD- oder vier UHD-Kanäle und verbindet 12G-SDI mit SMPTE ST 2110. Damit adressiert AJA Produktionsumgebungen, in denen klassische Baseband- und IP-Technik parallel eingesetzt werden.
Foto: AJA
Der FS8 ist der erste Frame-Synchronizer von AJA mit Unterstützung für ST 2110. In einer Höheneinheit kombiniert er Frame-Synchronisation, Up-, Down- und Cross-Konvertierung mit Video-Processing und IP-Gateway-Funktionen. Bis zu 16 12G-SDI-Eingänge sowie acht HD- oder vier UHD-Streams über ST 2110-20 können den acht HD- beziehungsweise vier UHD-Videoprozessoren zugeführt werden.
Für den IP-Betrieb unterstützt der FS8 auch SMPTE ST 2022-7 und damit redundante Signalwege. Beim Audio lassen sich Embedded SDI, ST 2110-30, Dante und MADI miteinander verbinden. Dafür steht eine 459 × 448 große Mono-Audiomatrix zur Verfügung, die neben Routing und Konvertierung auch Pegelanpassung, Delay und Sample-Rate-Konvertierung ermöglicht.
Verarbeitung für Live und HDR
Die Videoprozessoren können unabhängig voneinander für unterschiedliche Formate und Aufgaben konfiguriert werden. Neben Skalierung und Formatkonvertierung stehen Farbkorrektur, Proc Amp und 33-Punkt-3D-LUTs zur Verfügung. Für HDR/SDR-Konvertierungen unterstützt der FS8 unter anderem NBCU-LUTs und eigene 3D-LUTs; Colorfront Engine und BBC HLG LUTs sind als kostenpflichtige Optionen erhältlich.
Für Live-Anwendungen lässt sich die Latenz auf weniger als ein halbes Videoframe reduzieren. Umgekehrt können Signale gezielt um bis zu 60 Frames in HD beziehungsweise 30 Frames in UHD verzögert werden, Audio um bis zu 2,5 Sekunden. Hinzu kommen Werkzeuge zur Analyse und Fehlersuche in ST-2110-Netzwerken.
Bedient wird der FS8 über eine browserbasierte Oberfläche. Eine node-basierte Darstellung visualisiert dabei die Processing-Pipeline, während Video-Previews, Audiometer und Presets Konfiguration und Überwachung vereinfachen sollen. Über eine öffentlich dokumentierte RESTful API können zudem eigene Bedienoberflächen und Integrationen von Drittanbietern entwickelt werden.
IP ersetzt SDI nicht über Nacht
Interessant ist der FS8 vor allem als Hinweis darauf, wie der Übergang zu IP in der Praxis verläuft. AJA präsentiert ST 2110 hier nicht als Ersatz für eine überholte SDI-Welt, sondern baut ein Gerät ausdrücklich für das Nebeneinander beider Infrastrukturen. Genau solche hybriden Produktionsumgebungen dürften noch über längere Zeit zum Alltag gehören.
Damit verschiebt sich auch die Aufgabe klassischer Signalprozessoren. Wo früher vor allem unterschiedliche Raster, Bildraten oder Signalpegel aufeinander abgestimmt werden mussten, kommen heute unterschiedliche Transportwelten hinzu. Frame-Synchronizer, Konverter und Gateways wachsen entsprechend zu zentralen Schnittstellen zwischen SDI, IP und verschiedenen Audioformaten zusammen.
Der AJA FS8 soll in Kürze erhältlich sein. Der US-Listenpreis beträgt 14.995 Dollar. Die optionale Colorfront-Engine kostet 1.995 Dollar, die BBC-HLG-LUT-Option 295 Dollar. AJA zeigt den FS8 auf der IBC 2026 in Halle 7 am Stand 7.B25.