DaVinci Resolve 21.1 öffnet sich für KI-Assistenten
von Uwe Agnes ,
Blackmagic Design stellt zur IBC 2026 DaVinci Resolve 21.1 vor. Im Mittelpunkt des kostenlosen Updates steht die Anbindung externer KI-Assistenten wie Claude, Claude Code und ChatGPT Codex. Sie können Aufgaben innerhalb von Resolve übernehmen – von der Organisation von Medien bis zum Rendern fertiger Deliverables. Daneben erweitert Blackmagic unter anderem Multicam, Color Grading, Fusion und die Unterstützung von Fotokameras.
Foto: Blackmagic Design
Technische Grundlage der neuen KI-Anbindung ist ein nativer MCP-Server in DaVinci Resolve. MCP, das Model Context Protocol, ermöglicht die Kommunikation zwischen KI-Assistenten und Anwendungen. Anwender können damit Aufgaben in natürlicher Sprache formulieren, die anschließend innerhalb von Resolve ausgeführt werden.
Als Beispiele nennt Blackmagic die Analyse von Projekten, das Organisieren von Medien, Änderungen an Einstellungen und Batch-Rendering. Ein KI-Assistent kann zudem angewiesen werden, aus längerem Ausgangsmaterial einen Highlight-Schnitt zu erstellen, unerwünschte Clips zu entfernen und anschließend die gewünschten Dateien auszugeben.
Vom KI-Werkzeug zum Assistenten
Interessant ist dabei weniger eine einzelne automatisierte Funktion als die Art der Integration. Resolve verfügt bereits über zahlreiche KI-gestützte Werkzeuge für konkrete Aufgaben. Mit der Anbindung externer Assistenten kommt nun eine übergeordnete Bedienebene hinzu: Statt ausschließlich einzelne KI-Funktionen aufzurufen, kann der Anwender ein gewünschtes Ergebnis beschreiben und dem Assistenten mehrere Arbeitsschritte übertragen.
Damit zeichnet sich ein nächster Schritt beim Einsatz generativer KI in der Postproduktion ab. KI wird nicht mehr ausschließlich innerhalb klar abgegrenzter Werkzeuge eingesetzt, sondern beginnt, Software zu bedienen und Workflows zu orchestrieren. Wie weit diese Automatisierung in der Praxis reicht und bei welchen Arbeitsschritten weiterhin eine genaue Kontrolle durch den Anwender erforderlich ist, dürfte deshalb interessanter sein als die bloße Zahl der neuen KI-Funktionen.
Mehr Werkzeuge für Schnitt und Multicam
Unabhängig von der KI-Integration enthält Resolve 21.1 zahlreiche weitere Änderungen. Blackmagic spricht von mehr als 100 neuen Werkzeugen und Bedienelementen für Editing und Color Grading. Multicam-Workflows wurden erweitert, ebenso die Möglichkeiten zum Arbeiten mit Metadaten.
Auch Fusion erhält einen größeren Ausbau. Mehr als 25 neue Krokodove-Werkzeuge ergänzen das 3D- und Shape-Toolkit und erweitern damit die Möglichkeiten für Motion Graphics und Compositing.
Ausgebaut wird außerdem die noch vergleichsweise junge Photo Page. Resolve unterstützt dort nun zusätzliche Kameras und RAW-Formate, darunter Modelle der Fujifilm-GFX- und X-Serien, Leica SL sowie Sony A7R V. Einstellungen der Photo Page lassen sich zudem über Resolve-Bedienpulte wie das Micro Color Panel steuern.
Automatisierung wird zur Schnittstelle
Mit Resolve 21.1 erweitert Blackmagic damit nicht einfach nur den Funktionsumfang seiner Postproduktionssoftware. Die MCP-Anbindung deutet auf eine grundsätzlich andere Form der Interaktion hin: Zwischen Anwender und Anwendung tritt ein Assistent, der Anweisungen interpretiert und daraus Aktionen innerhalb der Software ableitet.
Für professionelle Workflows stellt sich damit zunehmend die Frage, welche Aufgaben sinnvoll delegiert werden können. Medien sortieren oder Varianten automatisiert ausgeben zu lassen, ist etwas anderes, als einer KI gestalterische Entscheidungen beim Schnitt zu übertragen. Gerade diese Grenze zwischen Assistenz, Automatisierung und kreativer Entscheidung dürfte sich mit solchen Integrationen weiter verschieben.
DaVinci Resolve 21.1 steht ab sofort kostenlos zum Download bereit. Blackmagic Design zeigt die neue Version auf der IBC 2026 in Halle 7 am Stand 7.C49.