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IBC 2026: Lawo bündelt Video und Audio in Edge One

Mit Edge One zeigt Lawo auf der IBC 2026 erstmals in Europa eine konvergente Stagebox für Video und Audio. Die kompakte Plattform verbindet SDI, HDMI und verschiedene Audio-Schnittstellen mit SMPTE ST 2110 und kann über austauschbare Module und Softwarelizenzen an unterschiedliche Produktionsaufgaben angepasst werden.

IBC Lawo
Foto: Lawo

Edge One ist als Schnittstelle zwischen den Signalen am Produktionsort und einer IP-basierten Infrastruktur konzipiert. Dafür kombiniert Lawo bidirektionale SDI-Anbindungen mit HDMI, MADI, USB-C-Audio, GPIO und Synchronisationsschnittstellen. Hinzu kommen austauschbare Module für unterschiedliche Audio-I/Os.

Das System lässt sich damit beispielsweise im Studio, an Veranstaltungsorten, in Remote-Produktionen, Flypacks oder für Kommentatorenplätze einsetzen. Statt für Video, Audio und weitere Signale jeweils eigene Geräte vorzusehen, sollen möglichst viele Aufgaben unmittelbar am Rand des Produktionsnetzwerks zusammengeführt werden.

ST 2110 mit bis zu 25 Gbit/s

Netzwerkseitig arbeitet Edge One nativ mit SMPTE ST 2110 und unterstützt eine Bandbreite von bis zu 25 Gbit/s. Gleichzeitig kann die Plattform auch unabhängig von einer größeren IP-Infrastruktur eingesetzt werden, etwa zum Embedding und De-Embedding von Audio, zum Neuordnen von Audiokanälen oder für den Signaltransport.

Über Lawos FLEX-Modell lässt sich Edge One zunächst als Audio-, Video- oder kombinierte Audio-und-Video-Konfiguration einsetzen. Weitere Funktionen können bei Bedarf per Lizenz ergänzt werden. Dazu gehören JPEG-XS-Encoding und -Decoding, Frame-Synchronisation, zusätzliche Funktionen für Kommentatorenplätze, MADI-I/O und DSP-Processing auf dem Niveau der mc²-Systeme.

Damit wird ein Teil der Funktionalität, für den in klassischen Produktionsumgebungen mehrere spezialisierte Geräte erforderlich wären, in einer gemeinsamen Hardwareplattform zusammengeführt.

Die Stagebox wird zum Prozessor

Edge One steht damit für eine Entwicklung, die auf der IBC 2026 an mehreren Stellen sichtbar wird. Mit dem Wechsel zu IP verändert sich nicht nur der Signaltransport, sondern auch die Aufgabenteilung der Geräte. Eine Stagebox muss nicht mehr lediglich Signale einsammeln und weiterreichen. Processing, Formatwandlung und andere Funktionen können zunehmend dort stattfinden, wo die Signale ins Netzwerk gelangen.

Gleichzeitig verlieren die traditionellen Grenzen zwischen Video- und Audio-Infrastruktur an Bedeutung. Wenn beide ohnehin als IP-Streams transportiert werden, liegt es nahe, auch die physische Anbindung und Teile der Verarbeitung in einer gemeinsamen Plattform zusammenzuführen.

Interessant ist dabei auch das Lizenzmodell, denn Lawo trennt die Hardware zunehmend von ihrem konkreten Funktionsumfang. Eine Edge One kann für eine bestimmte Aufgabe angeschafft und später durch Softwarefunktionen erweitert werden. Damit wird nicht nur die Infrastruktur konvergenter – auch die Rolle der Hardware verändert sich vom fest definierten Spezialgerät hin zu einer konfigurierbaren Plattform.

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