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Kameramann aus Köln

Drei Fragen an … Dustin Hasberg

Im Heft 4.2021 beantwortete Dustin Hasberg unsere Drei Fragen. Er arbeitet als Kameramann und erklärte uns, warum er großen Wert auf eigenes Equipment legt und wieso er einen virtuellen Karnevalszug produzierte.

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?
Mein Arbeitsschwerpunkt hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder geändert beziehungsweise erweitert. Nach meinem Bachelorstudium und zwei Praktika an großen Fernseh-Sets habe ich mich vor allem auf meine freiberufliche Tätigkeit als Kameramann konzentriert und nebenbei immer wieder als Zweiter und Erster Kameraassistent bei Fernseh- und Kinofilmproduktionen mitgearbeitet. Vor allem als freiberuflicher Kameramann habe ich unzählige Drehs miterlebt, die ich heute nicht missen möchte. Besonders in Erinnerung sind mir dabei die Media Days für die Bundesliga sowie die zahlreichen Drehreisen geblieben. Besonders viel Spaß macht es mir, mit Kollegen, von denen viele inzwischen sehr gute Freunde geworden sind, ins Ausland zu reisen und verschiedene Städte zu besuchen und dort für einige Tage zu drehen.

Mir war es von Anfang an wichtig, eigene Technik zu besitzen und nicht für jedes Projekt zum Verleih fahren zu müssen. Außerdem habe ich es häufig erlebt, dass gemietete Kamera-Setups nicht immer optimal funktioniert haben und an Kleinigkeiten gespart wurde, die etwa zu einem lockeren Handgriff bei Schulter-Setups führten. Mittlerweile habe ich einen eigenen Technik-Pool aufgebaut und verleihe diesen auch. Dabei ist es mir wichtig, immer sehr gute Qualität und miteinander kompatible Technik anzubieten. Ein gutes Kamera-Setup muss meiner Meinung nach optimal auf das anstehende Projekt ausgelegt sein – es darf weder zu groß noch zu klein sein und wackelnde Teile haben dort nichts zu suchen. Ich bin recht stolz, mit einer Sony FX6, einer Sony FS5 und einer A7SII für verschiedene Arten von Drehs recht gut ausgestattet zu sein. Seit Januar 2021 habe ich zudem den nächsten beruflichen Schritt gewagt und mit einem guten Freund die Film- und Livestream-Produktionsfirma Woodpecker Film ins Leben gerufen, um in Zukunft vermehrt auch eigene Projekte produzieren zu können. Der Start ist uns dabei sehr gut ge- glückt, unter anderem auch dank eines sehr aufwendig produzierten virtuellen Karnevalszugs, der sehr viel Aufmerksamkeit auf unsere Firma gelenkt hat. Dabei haben wir innerhalb eines fünfstündigen Livestreams zwei aufwändige Sets bespielt und in Live-Schalten zu verschiedenen Karnevalsvereinen sowie zur virtuellen Zugstrecke geschaltet. Die monatelange Vorarbeit hat sich bezahlt gemacht und die Resonanz auf unseren Livestream war phänomenal.

2. Bist du in einem Verband aktiv?
Durch viele Kollegen bin ich natürlich auch immer wieder auf verschiedene Verbände aufmerksam geworden, allerdings hat mich eine Mitgliedschaft nie sonderlich gereizt, weshalb ich bis heute keinem Verband beigetreten bin. Durch das große Freiberuflernetzwerk habe ich sehr viel Kommunikation mit Film- und Medienschaffenden und halte mich zudem über Social Media über Neuigkeiten aus der Filmwelt auf dem Laufenden.

Dadurch arbeite ich zunächst einmal in einer recht geschlossenen Blase, in der ich mich auf jeden Kollegen zu 100 Prozent verlassen kann. Dieses Vertrauen im Kollegenkreis ist mir extrem wichtig und es würde mir schwer fallen, mich bei einem wichtigen Projekt auf jemand Fremden verlassen zu müssen. So bin ich zwar in keinem Verband aktiv, doch gewissermaßen habe ich als Freiberufler und Selbstständiger eine Art eigenen Verband, in dem sich über Projekte unterhalten wird und auch wichtige Dinge, wie etwa Tagessätze, offen besprochen werden.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?
Da ich einer der vielen „Filmmenschen“ bin, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat, habe ich meist sehr viel Spaß bei der Arbeit und liebe es, wenn sich ein neues Projekt ankündigt und dieses nach und nach in die Planung geht. Dadurch fühlt sich die Arbeit häufig nicht wie Arbeit an und ich muss mich manchmal selbst zwingen, das Ende des Arbeitstages einzuläuten. In meiner Freizeit schaue ich sehr gerne Filme und Serien und spätestens seit Corona hat mich mein liebstes Jugend-Hobby wieder eingeholt: Ich sitze abends wieder häufiger vor dem Rechner und zocke.

Besonders gerne plane und unternehme ich größere Reisen. Dabei hat es mich schon bis nach Tibet geführt. Besonders gut habe ich aber meine Reise nach Tschernobyl in Erinnerung, bei der ich gemeinsam mit einem Kollegen guerillamäßig einen kurzen Dokumentarfilm gedreht habe. Die Landschaft und das Gefühl an diesem geschichtsträchtigen Ort zu sein war absolut einmalig und seitdem habe ich eine Vorliebe für besondere Orte, die sich auch nicht jeder traut zu betreten oder zu erkunden. [14408]

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