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Produzentin aus Teningen

Drei Fragen an … Alexandra Beinert

In unserer Ausgabe 5.2021 gingen die Drei Fragen an Alexandra Beinert, Produzentin, Regisseurin und Aufnahmeleiterin aus Teningen. Sie verriet uns, warum sie vom Live-Schnitt fasziniert ist und was genau sie beim  Pole-Sport trainiert.

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?
MIn unserem Familienbetrieb sind die Stellen nicht so klar umrissen wie bei einer Fernseh-Produktion. Meine Tätigkeit besteht in unterschiedlicher Gewichtung aus dem Job einer Produzentin, Regisseurin, Redakteurin und Aufnahmeleitung. Natürlich habe ich als Geschäftsführerin auch mit nicht-operativer Arbeit wie Kundenbetreuung und Vertrieb zu tun. Meine Faszination ist und bleibt aber das „Live-Sein“. Wann immer ich es mir einrichten kann, findet ihr mich daher auch heute noch am Bildmischer. Beim Liveschnitt kommt es drauf an, Personen lesen zu können, Rhythmus zu haben und ein gutes Gefühl für sein Team zu entwickeln. Der Live-Schnitt verzeiht keine Fehler: Live ist eben live und das gibt dem Ganzen eine gute Portion Adrenalin. Das Fokussieren auf den richtigen Moment für den Cut oder das strategische Komponieren einer Stimmung aus Schnittfolgen hat mich bereits im Alter von 15 Jahren gereizt und tut es heute noch. Mein Schwerpunkt aber ist es, für einen reibungslosen Ablauf der Produktion zu sorgen. Im Mittelpunkt steht dabei die Kundenzufriedenheit. Dazu gehört es manchmal auch, die Zügel anzuziehen und aufs Gas zu drücken, damit Drehpläne eingehalten werden. Den Boden der Tatsachen, besser gesagt den Boden des Budgets mit den Luftschlössern der Möglichkeiten zu vereinbaren, gehört genauso dazu wie für gute Stimmung zu sorgen.

Leicht soll es wirken, aber dahinter steckt in der Tat aber viel Arbeit – Kopfarbeit, Erfahrung und Kommunikation. Ich bin mit dieser Arbeit aufgewachsen: Meine Eltern haben uns schon als Kinder zu Drehs mitgenommen. Als Jugendliche verantworteten wir dann bei Events auch hin und wieder den Posten des Bildoperators. Ihr Geschäft habe ich nach ein paar Umwegen über Studium, Auslandsaufenthalten dann übernommen.

2. Bist du in einem Verband aktiv?
DWie viele gewerblich tätige Kollegen, die nicht als Freelancer unterwegs sind, zahle ich IHK-Beiträge, hatte aber bis auf die IHK-Prüfungen unserer Azubis nichts mit der Industrie- und Handelskammer zu tun. Vor sechs Jahren flatterte die IHK-Kammerzeitschrift mal wieder ins Haus. Darin abgedruckt war ein Aufruf, als Vollversammlungsmitglied zu kandidieren. Ich hatte mich aufstellen lassen und wurde in die Vollversammlung unserer regionalen IHK gewählt. Dort habe ich erst so richtig erlebt, was die IHK alles sein kann. Die Vollversammlung ist das Selbstverwaltungsorgan der IHK, besetzt aus Unternehmer:innen, zusammengesetzt aus allen Branchen. Ich vermisste allerdings, dass die IHK keine politischen Statements und Angebote wie Schulungen, Weiterbildungen speziell für kleinere Unternehmen und Solo-Selbstständige anbot. Sie war nahezu ausschließlich auf die Lösung von Problemen des Unternehmensalltags von großen Mittelständlern ausgerichtet.

Dazu muss man wissen, dass die Themenschwerpunkte der Kammerarbeit durch Ausschüsse erarbeitet werden. Ein Ausschuss für Kreativwirtschaft gibt es bei uns nicht und ebenso wenig gab es einen für Kleinunternehmer:innen. Dabei sind 82 Prozent der Mitgliedsunternehmen ebensolche. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Vollversammlung kämpfte ich daher für die Einberufung eines Einzel- und Kleinunternehmer-Ausschuss. Ich bin sehr stolz, dass uns das gelungen ist und ich dem sogenannten EKU-Ausschuss vorsitzen darf. Der ist noch sehr selten in der IHK-Landschaft zu finden, dabei sind die Erfolge durchaus beachtlich.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?
Die Arbeit nehme ich in der Regel mit nach Hause. In Gedanken wie auch in Gesprächen am Küchentisch daheim. Meine drei Kids gliedern sich in meinem Arbeitsalltag oftmals ein und auch ihr Alltag ist bestimmt von Dreh- und Kundenterminen, zumal ich meinen Beruf mit meinem Mann teile. Wir sind wahrscheinlich eine typische Selbstständigen-Familie. Ich selbst bin nicht anders groß geworden und nach wie vor dankbar für das hohe Maß an Eigenverantwortung, die mir dieses Leben schon früh gegeben hat.

Außerhalb der Arbeit gehört mein Leben in erster Linie meiner Familie. Zeit miteinander verbringen, rausgehen in den Garten oder vor die Haustüre in den wunderschönen Schwarzwald und die Reserven auffüllen, das ist, was mich bewegt.

Bewegung ist überhaupt ein zentraler Begriff: In Bewegung bleiben, geistig wie körperlich, ist mir sehr wichtig. Meine persönlichen Auszeiten nehme ich deswegen bei Yoga und Pole-Sport. Letzterer hat leider nach wie vor ein Imageproblem. Beim Pole trainiere ich aber genau das, was ich in meiner Arbeit auch am meisten benötige: Die Perfektion des Zusammenspiels aus Kraft, Flexibilität und Balance. Es macht mir Freude, meine Grenzen kennenzulernen und sie durch mein Handeln selbst erweitern zu können. Diese Erfahrung am eigenen Körper nehme ich mit in den Alltag. Sie motiviert mich sowohl beim Job als auch in meinem Leben. [14509]

 

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