Anzeige
Anzeige
Kameramann aus Köln

Drei Fragen an Marcel Schmitz

In der Rubrik “Drei Fragen an” stellen wir in jedem Heft eine Filmschaffende oder einen Filmschaffenden mit drei kurzen Fragen zu Arbeitsschwerpunkt, beruflichem Engagement und Freizeit vor! Wie er bei seinem Drehreisen rund um die Welt den Kopf frei und die Work-Life-Balance intakt hält, verriet Kameramann Marcel Schmitz für unsere “Drei Fragen” in der Ausgabe 10/2018.

Marcel Schmitz bei einem Dreh auf dem Wasser
Foto Philippe Schmid (Bild: Philippe Schmid)

Was ist dein aktueller Arbeitsschwerpunkt?

Irgendwann Ende der 1990er Jahre habe ich mal im „Film & TV Kamera“ gelesen, dass ein langjähriger Kameramann in jeder Gesprächsrunde und zu jedem Thema mit dem Satz anfängt: „Ja, das kenn ich. Ich habe da mal gedreht …“, dann ausholt, stundenlang über seine Dreharbeiten redet – und irgendwann seine Zuhörer furchtbar langweilt. Ich erwische mich nun auch oft dabei, auch wenn ich es gar nicht will. Aber 22 Jahre Dokumentarfilm, Reportage, Imagefilm, Werbung mit großen und kleinen Geschichten, unterschiedlichsten Menschen, Regionen und Erlebnissen rund um die Welt sind einfach prägend. Ich habe die Extreme von Natur und Mensch kennengelernt: die Schönheit Afrikas, bis hinauf zum Gipfel des Kilimanjaro, die Menschen in den Favelas in Buenos Aires, Milliardäre in St. Tropez und Hartz 4 in Deutschland.
Ich bin seit 1996 Kameramann und DoP. Gleichzeitig habe ich mit meinem damaligen Geschäftspartner die erste Firma gegründet, die heute unter dem Namen l’image media GmbH firmiert. Wir haben mit didaktischen Medien für Ministerien angefangen, zwei Jahre später folgte die erste 30-Minuten-Reportage für arte. Vor der ersten Ausstrahlung war ich sehr stolz und nervös zugleich!
Dann folgten weitere Dokumentarfilme, ein Rahmenvertrag als technischer Dienstleister mit einem großen Kölner Handelsunternehmen, technischer Dienstleister für diverse Produktionsfirmen in Köln. 2008 hatten wir jede Woche durchschnittlich 25 Kamerateams draußen, vier Schnittplätze waren besetzt – all das brauchte viel Organisation und Disposition. Seitdem hat sich die Branche extrem verändert und wir haben uns angepasst, weiterhin mit vielen Image- und Dokumentarfilmen. Unsere zwei letzteren größeren Produktionen waren für die Unternehmen ITEM und Unitymedia. Im dokumentarischen Bereich arbeiten wir zurzeit an mehreren Filmen für die Reihe „planet e“ im ZDF.
Seit zwei Jahren arbeite ich auch als Dozent. Der Autor Volker Wasmuth und ich geben gemeinsam unser Wissen in Theorie und Praxis auf Workshops weiter. Unsere erste Station war Bratislava, dieses Jahr folgte Sofia – mal schauen, wohin es noch so geht. Aber letztlich ist mein Arbeitsschwerpunkt das Gestalten von Bildern mit Licht, Bewegung und Emotion auf ganz vielfältige Art und Weise.

Bist du in einem Verband tätig?

Ich bin zwar seit 2002 Mitglied des BVK, aber, um ehrlich zu sein, nicht aktiv tätig im Verband. Dennoch verfolge und unterstütze ich die Arbeit und die Ziele unseres Verbandes sehr.

Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Lange Zeit gab es für mich kein „außerhalb der Arbeit“. Die Waage „Work-Life-Balance“ war links unten! 220 Drehtage im Jahr zu haben und die Hälfte des Jahres im Ausland zu verbringen, war unfassbar lehrreich und hat mir viel an Erfahrung und Einblicke in fremde Welten gegeben. Ich war froh, wenn ich zu Hause war. Da hat sich einiges verändert, auch meine Einstellung. Heute achte ich mehr auf die Balance zwischen Beruf und Familie. Ich glaube, das gehört sich auch so.
Sport war und ist immer Teil meines Lebens. Laufen kann man überall auf der Welt, ob in Shanghai am „Bund“, auf Sardinien am Strand oder am Kölner Stadtrand zwischen den Feldern. Das hilft mir fit zu bleiben und den Kopf frei zu kriegen.

Sie arbeiten an der Kamera, am Tonmischpult, im Szenenbild oder einem anderen technischen Gewerk? Dann beantworten Sie doch auch unsere drei Fragen und stellen sich der Branche vor.

[6485]

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.