Anzeige
Anzeige
Kameramann aus München

Drei Fragen an Manuel Lübbers

Unsere “Drei Fragen” beantwortet dieses Mal der Kameramann Manuel Lübbers. Er hat in unserer Ausgabe 4.2022 verraten, welche Rolle Ski, Surfen und Spritz in seiner Freizeit spielen und warum er stets eine Kamera dabeihat.

Manuel Lübbers am Set

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Mein Arbeitsschwerpunkt ist die Bildgestaltung bei szenischen Filmen, Dokumentarfilmen und Werbung. Ich mag es, wenn die Kamera bei Geschichten mit erzählen darf, manch- mal ganz subtil, manchmal mit allen gestalterischen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Das Spannende ist immer wieder, am Anfang eine eigene Bildsprache mit der Regie zu entwickeln, die dann gewissen Regeln und Grundsätzen folgt. Um ein Gefühl fürs Geschichtenerzählen zu bekommen, hat mir mein Studium an der HFF München sehr geholfen, wo ich seit 2016 Kamera für szenischen Film studiere. Hier habe ich gelernt, auch mal umzudenken. Manchmal kann es zum Beispiel spannend sein, mit der Bildsprache genau das Gegenteil der eigentlichen Stimmung der Szene zu forcie- ren, um eine bestimmte Situation durch den Kontrast noch stärker zu machen.

Die Filmhochschule hat hier den nötigen Safe Space geliefert, verschiedene Dinge auszuprobieren. Mein zweiter Schwerpunkt liegt in der Werbung, wo die Herangehensweise eine ganz andere ist. Die Herausforderung besteht für mich darin, Geschichten oder Emotionen in extrem kurzer Zeit aufzubauen. Meistens habe ich hier mehr Spielraum für Effekte und technische Experimente. Auch schön ist, dass man meist sehr schnell schon den fertigen Film hat, den man dann zeigen kann. Seit letztem Jahr bin ich in einer Agentur, die mich mehr und mehr an internationale Projekte vermittelt. Es ist spannend, wie die Abläufe in anderen Ländern funktionieren und mit lokalen Crews zu arbeiten.

Neben dem Drehen widme ich mich gerne technischen Themen. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel einen Vergleichstest zwischen Large Format und Super 35 gedreht, der anschließend im American Cinematographer veröffentlich wurde. Für die Zukunft plane ich, sowohl im szenischen Bereich als auch in der Werbung zu arbeiten, da mir die Abwechslung dabei sehr gefällt.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Im Moment bin ich noch nicht in einem Verband aktiv. Generell bedeutet mir aber der Austausch mit Kollegen sehr viel und ich versuche Konkurrenzdenken zu vermeiden. Drehs können einen vor die verschiedensten Herausforderungen stellen und nicht jede Situation hat man davor schon einmal erlebt. Hier finde ich es hilfreich, wenn man sich mit Kollegen austauschen kann, die bestimmte Situationen vielleicht erst kürzlich bei einem Dreh erlebt haben. Auch wenn es um die Crew-Suche in anderen Städten oder Ländern geht, finde ich Empfehlungen immer sehr hilfreich. Ich könnte mir vorstellen, später vielleicht einmal Mitglied im BVK zu werden.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Neben der Arbeit reise ich gerne, da kann ich super abschalten und neue Inspiration finden. Dabei fotografiere ich gerne und trage immer mindestens eine Kamera bei mir – außer bei sportlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Skifahren oder Surfen, da darf die Kamera dann auch mal zu Hause bleiben. Im Sommer bin ich immer für einen Aperol Spritz oder ein Bier in netter Gesellschaft zu haben. Manchmal schaue ich aber auch einfach gerne einen Film und versuche dabei, nicht alles zu analysieren. Das funktioniert allerdings nur bei den wirklich guten Filmen! [15089]

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.