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Kameramann aus Köln

Drei Fragen an Niklas Horn

In der Rubrik “Drei Fragen an …” stellen wir in jedem Heft eine Filmschaffende oder einen Filmschaffenden mit drei kurzen Fragen zu Arbeitsschwerpunkt, beruflichem Engagement und Freizeit vor! In unserer Ausgabe 11.2021 hat Niklas Horn, Kameramann aus Köln, unsere Fragen beantwortet.

Kameramann Niklas Horn dreht eine Cosplay Szene

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?
In den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit konnte ich bei verschiedenen Projekten Eindrücke der verschiedenen Schwerpunkte in der Film- und Medienwelt gewinnen. Trotz der Einblicke, die ich an TV- und Seriensets für RedSeven, KiKa oder UFA sammeln konnte, zieht es mich in Richtung Werbung und Content und ich arbeite sehr gerne an den kleineren kreativen Projekten. Die Dreharbeiten umfassen dabei meist zwar nur ein bis fünf Produktionstage, ich habe bei diesen kürzeren Projekten aber sehr viel Spaß, die perfekt passende Herangehensweise zu finden und dort kreative und flexible Ansätze auszuprobieren. Dieses Jahr bin ich bei dieser Art von Drehs zum größten Teil als erster Kameraassistent dabei und unterstütze die Umsetzung an der technischen Seite. Ich ziehe also Schärfe und arbeite dem DoP zwischen den Takes zu. Bei anderen Contentproduktionen bin ich als Operator an der Kamera und fange in dienstleistender Position Aufnahmen für die Kunden ein. So kann man mich auch gelegentlich bei etwa Liveproduktionen oder Events mit einer Kamera im Anschlag finden. Diese Produktionen unterstütze ich dabei häufig im Auftrag von Produktionsfirmen.

Noch aufregender ist die Arbeit an der Kamera für mich aber natürlich bei eigenen Produktionen. In der eigenen GbR CreativeMod, die ich 2020 mit meiner Partnerin gegründet habe, bin ich als lichtsetzender Kameramann für die Bildgestaltung verantwortlich. Wir positionieren uns als Kreativagentur, in der wir als Directress-DoP-Duo mediale Inhalte und Bewegtbildkampagnen für unsere Kunden umsetzen. Dort kann ich die Projekte vom Storyboard in der Konzeption, über die Kameraführung am Set, bis hin zur Postproduktion begleiten. Bei unseren Konzepten soll immer ein passendes Storytelling im Fokus sein und nicht nur ein zielgruppengerechtes, sondern auch ein plattformgerechtes Endprodukt herauskommen. Um allen Kanälen nach der Contentproduktion gerecht zu werden, hat daher das Produzieren für mehrere Formate gleichzeitig deutlich an Bedeutung gewonnen. Das ist für mich auch ein interessanter Punkt, bei dem ich mich direkt in Workflowideen stürze. Als Kameramann möchte ich beispielsweise 16:9 und 4:5 in meiner Bildgestaltung berücksichtigen, damit so meine Komposition auch nicht später verändert werden muss. Bei allen Projekten ist die Farbkorrektur für mich ein sehr wichtiger Aspekt, um dem Material den passenden Stil zu verleihen. Dahingehend habe ich mich gerade in diesem Jahr auch weiter fortgebildet, um schon ab der Konzeptphase auf einen interessanten Look hinarbeiten zu können. Spannende Punkte sind für mich aber auch technische Themen wie Color Management und Workflowaspekte der Farbkorrektur. Meiner Meinung nach hilft tieferes technisches Verständnis sehr, um kreative Ideen sauber umsetzen zu können, und ich finde dieses Arbeiten inzwischen sehr wichtig. Mein Ziel ist dabei, über das gesamte Projekt hinweg auf den passenden Stil hinzuarbeiten und das ermöglicht mir auch sehr gut, während des Drehs zu reagieren. Zudem weiß ich genau, wie ich das Material in der Bearbeitung zu behandeln habe. Auf die Umsetzung der eigenen Projekte, die schon in den Startlöchern stehen, freue ich mich sehr und hoffe, dass ich das letzte Quartal des Jahres mit noch weiteren interessanten Drehs angehen kann.

2. Bist du in einem Verband aktiv?
Derzeit bin ich noch in keinem Verband aktiv. Meiner Meinung nach ist ein gutes Netzwerk auf jeden Fall sehr wichtig, auch wenn dieser Punkt bei mir noch im Aufbau ist. Gerade für junge Filmschaffende kommen zu Beginn die meisten Jobs über Kontakte und die Crew für eigene Projekte am besten aus dem lokalen Netzwerk. Da in meinem Netzwerk Verbände auch noch nicht so prominent sind, bin ich ehrlicherweise dahingehend noch nicht tiefgreifend informiert und halte mir dies für die kommenden Monate auf der To-do-Liste.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?
Das Suchen von visuell ansprechenden Szenen und Bildern lässt mich auch abseits von Filmsets nicht los. Ein großes Hobby ist da die Analogfotografie. Durch das Fotografieren auf Film habe ich sehr viel über Belichtung gelernt und habe mein Verständnis für den Prozess an sich vertieft. Der faszinierende Aspekt ist für mich dabei das entschleunigte Vorgehen. Man braucht noch mehr Handwerk und doch muss man einfach der Kamera vertrauen, bis das Bild dann nach der Entwicklung zu sehen ist. Das lässt mich viel bewuss- ter nach Bildern suchen und dadurch auch bedachter den Auslöser drücken. Trotzdem habe ich auf fast jedem Ausflug irgendeine Kamera umgehängt. Streetphotography ist für mich ein interessantes Feld, da man Momente und Situatio- nen im Stadtleben sucht, die auf Film eingefangen zwar aussehen wie Standbilder aus einem Spielfilm, doch trotzdem nicht inszeniert sind. [14897]


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