IBC 2026: Riedel entwickelt neue OnAir-Headset-Plattform
von Uwe Agnes,
Riedel stellt auf der IBC 2026 mit OnAir eine neue Familie professioneller Intercom-Headsets vor. Die drei Serien OnAir 200, 400 und 500 reichen vom leichten Ein-Ohr-Modell bis zum stark isolierenden Headset für laute Produktionsumgebungen. Bei den größeren Modellen wandern zudem wichtige Intercom-Funktionen direkt ins Headset.
Foto: Uwe Agnes
Wer während einer Live-Produktion über Stunden ein Headset trägt, stellt andere Anforderungen als an einen gewöhnlichen Kopfhörer. Riedel hat die neue OnAir-Plattform deshalb nach eigenen Angaben speziell hinsichtlich Sprachverständlichkeit, Ergonomie, Integration in Produktionsumgebungen und Wartbarkeit entwickelt.
Die drei Baureihen decken dabei unterschiedliche Einsatzbereiche ab. Das OnAir 200 ist als leichtes Single-Ear-Headset ausgelegt und wird in zwei Varianten angeboten: analog mit festem XLR4F-Anschluss oder digital über USB-C. Das Mikrofon lässt sich stummschalten, außerdem kann das Headset für die Verwendung auf der linken oder rechten Seite umgebaut werden.
Bedienung wandert ins Headset
Beim OnAir 400 stehen Single- und Dual-Ear-Versionen zur Verfügung. Neu ist hier vor allem die Integration einer Push-to-Talk-Taste direkt am Mikrofonarm. Anwender können damit auf einen Ruf reagieren, ohne eine Taste am angeschlossenen Intercom-Gerät bedienen zu müssen.
Die Verbindung erfolgt bei der 400er-Serie über einen austauschbaren Mini-XLR7-Anschluss an der Ohrmuschel. Durch unterschiedliche Kabel lässt sich dasselbe Headset mit verschiedenen Geräten verwenden. Ein ausgesparter Bereich im Kopfbügel soll zudem den Druck auf den Kopf reduzieren.
Noch weiter geht Riedel beim OnAir 500. Das ausschließlich als Dual-Ear-Modell ausgeführte Headset ist für besonders laute Umgebungen wie Motorsportproduktionen vorgesehen und bietet eine entsprechend hohe passive Geräuschisolierung. Neben der PTT-Taste am Mikrofonarm befinden sich zwei weitere PTT-Tasten an der Ohrmuschel. In einem speziellen Radio-Modus können diese auch zur Bedienung von Funkgeräten genutzt werden.
Damit wird das Headset zunehmend selbst zum Bedienelement der Produktionskommunikation. Gerade für mobile Crewmitglieder kann das relevant sein: Statt für eine Antwort nach Beltpack oder Panel greifen zu müssen, bleibt eine zentrale Funktion unmittelbar erreichbar.
Auf Reparatur statt Austausch ausgelegt
Einen zweiten Schwerpunkt legt Riedel auf die Wartbarkeit. Bei OnAir 400 und 500 können Ohr- und Kopfpolster, Staubschutz, Mikrofonarm-Modul und Anschlusskabel einzeln ersetzt werden. Beim OnAir 200 sind Ohr- und Seitenpolster austauschbar. Riedel versteht OnAir ausdrücklich als Plattform, die künftig weiterentwickelt werden soll.
Das ist bei einem vergleichsweise unscheinbaren Bestandteil der Produktionskette durchaus relevant. Headsets gehören zu den mechanisch stark beanspruchten Arbeitsmitteln einer Live-Produktion. Austauschbare Verschleißteile und Kabel können ihre Nutzungsdauer verlängern und erleichtern gleichzeitig den Einsatz eines Headsets mit unterschiedlichen Intercom-Systemen.
Mit OnAir erweitert Riedel damit nicht lediglich sein Zubehörprogramm. Die drei Serien zeigen vielmehr, wie sich auch die Benutzerschnittstelle der Produktionskommunikation verändert: Funktionen, die bislang am Beltpack oder Intercom-Panel lagen, rücken näher an den Anwender.