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Produkt: Film & TV Kamera 04/2019
Film & TV Kamera 04/2019
Festival: 69. Berlinale+++Interview: DoP Matthew Libatique+++LED-Licht: Neues und Spezielles+++Test: Kinefinity MAVO LF
DoP Matthias Bolliger über die neue Panasonic Lumix-Boxkamera BGH1

Zauberwürfel mit Potenzial

Panasonic hat mit der BGH1 die erste kompakte, spiegellose MFT-Kamera im Box- Style-Format als Modulkamera entwickelt, einsetzbar als Cinema- und Live Streaming-Einheit. DoP Matthias Bolliger hat sich für unser Heft 3.2021 gründlich mit ihr beschäftigt.

-Es gibt eine neue Lumix-Kamera, aber nicht etwa eine GH6 oder S2, stattdessen ein ganz anderer Ansatz als eine hochgezüchtete DSLM: Panasonics neue BGH1 ist von Anfang an filmisch gedacht. Das „B“ im Namen steht für „Box-Style“, also eine reduzierte, kompakte Bauform mit integrierten Schraubgewinden, einer Vielzahl von Steuerungsmöglichkeiten, versehen mit einem Mikro-Four-Third-Sensor. Die reduzierte Würfel-Form ist einer der Trends des Jahres 2020, der sich auch in Produkten der Konkurrenz wiederfindet. Neben der Hasselblad 907X, der RED Komodo und der Z-Cam E2 beschreitet nun auch Panasonic das Gebiet der Würfelform. Ausgeliefert wird die BGH1 ohne Display, ohne Akku, ohne Top-Handle oder Kit-Lens und zeigt sich reduziert aufs Wesentliche.

Dabei greift Panasonic durchaus auf bestehende Technik zurück, denn dass die neue Kamera auf Basis der verbreiteten Lumix GH5s aufgebaut wurde, ist beispielsweise klar in der Menüführung zu erkennen. Auch die Reduzierung auf rein optische Bildstabilisierung durch die Optik hat sie mit ihr gemein. Was die BGH1 aber als hochqualitativer Bildgeber abhebt, sind SDI-Anschluss, Timecode- Ein- und Ausgang sowie die Genlock-Fähigkeit über BNC. Auch neu, und wohl in Zukunft öfter an semi-professionellen Kameras zu finden, ist ein Ethernet-Anschluss. Der Würfel lässt sich als Side-Kick mit neuem Ansatz und Funktionalität verstehen und ist somit keine direkte Konkurrenz für die hauseigenen DSLMs. Die Lumix GH5 war dennoch lange Zeit Panasonics erfolgreiches Spitzenprodukt im Micro-Four-Third Format. Daher ist es nur konsequent, auch weiter auf MFT-Systemkameras zu setzen, weil hier ein großes Arsenal an Objektiven zur Verfügung steht, eine Großzahl von Anwendern überzeugt hat und viele Dokumentaristen und Web-Content-Creater nicht wirklich auf das Vollformat schielen.

Die Statusübersicht der Boxkamera erinnert an den Infoscreen der Varicam-Familie.

Zentral an der neuen Box-Kamera ist zu verstehen, dass dieser neue Ansatz keine Still-Fotokamera umfunktioniert, sondern eine konsequent weiterentwickelte Videokamera darstellt. Die BGH1 ist damit die erste spiegellose Box-Style-Kamera für MFT überhaupt. Der Sensor weist 10,2 Millionen Pixel auf und mit der Dual-Native-ISO-Funktion auch das bekannte Killerfeature aus Panasonics Varicam-Familie dabei, hier mit 400 und 2.000 ISO. Das Gehäuse wirkt robust, aber nicht schwer und wiegt mit seiner Aluminium-Magnesium-Legierung gerade 545 Gramm. Mit an Bord ist Panasonics V-Log L als erweiterter logarithmischer Video-Aufzeichnungsmodus, mit dem der Dynamikumfang 13 Blenden betragen soll, etwas weniger als mit dem vollen V-Log der S1-Serie, der EVA1 und Va- ricam-Produkten, aber rund 1/3-Stufe mehr als bei der GH5s.

Handling und Anschlüsse

Das Bedienungkonzept der Box-Kamera ist äußerst minimalistisch: ein Drehrad auf der Stirnseite der Kamera und mehrere belegbare User-Buttons, das ist es schon. Durch diese reduzierte Steuerung ist der neue Zauberwürfel dann doch auch etwas gewöhnungsbedürftig, denn nur mit externem Display oder Sucher lässt sich wirklich gezielt arbeiten. Die Kamera lässt sich aber auch über eine Desktop-App (Windows/Mac) über USB-C oder übers iOS-Geräte wie iPad oder iPhone via WiFi und die „Lumix Sync-App“ steuern. Ein kleines Schwarz-Weiss-Statusdisplay wie an der Lumix S1H oder der Z-Cam E2 wäre aber vielleicht doch nicht verkehrt gewesen und würde einfache Einstellungsveränderungen durchaus beschleunigen.

Als Audio-Ein- und Ausgang bietet die Kamera direkt am Gehäuse eine 3,5-mm-Klinkenbuchse. Das reicht für ein externes Mikrofon, wie das auf dem Foto eingesetzte Sennheiser MKE-400, oder für Web-Streaming mit abgesetzter Tonaufnahme. Wer aber im Produktionsalltag XLR- Audioverbindungen braucht, dem hilft der Lumix DMW- XLR1 Mikrofonadapter weiter, der auch an die BGH1 passt und professionelles Audioequipment einschließlich Phantomspeisung an die Kamera bringt. Durch das verbesserte Kühlsystem der BGH1 kennt die Kamera keine Laufzeitbegrenzung bei der Aufzeichnung mehr. Der Body weist zwei SD-Slots auf, die wie gewohnt sequenziell oder parallel für die Aufnahme genutzt werden können. [14200]


Mehr von Matthias Bolliger zur Panasonic BGH1 können Sie hier lesen!


 

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