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DJI Ronin 4D als B-Kamera (2)

Stabil bewegt

Bei den Dreharbeiten zu einer weiteren Folge der „Ostfriesenkrimis“ testeten Camera Operator Holger Fleig und DoP Helmut Pirnat DJI Ronin 4D als B-Kamera und nutzten deren Flexibilität und schnelle Einsatzfähigkeit, um zusätzliches Material zu schaffen.

Holger Fleig an der DJI Ronin 4D, daneben 1st AC Jürgen Christa
Holger Fleig an der DJI Ronin 4D, daneben 1st AC Jürgen Christa (Foto: Schiwago Film)

An den Zenmuse X9-Kameraköpfen können bedingt durch die Lastgrenzen des Gimbals nur kompakte Objektive verwendet werden und das Angebot ist überschaubar. DJI hat diese Kameraköpfe mit einem proprietären Basis-Objektivanschluss ausgestattet, dem DX Mount. In diesem Anschluss mit großem Durchmesser können Adapter auf andere Objektivfassungen ein- gesetzt werden. Zurzeit sind vier Adapter lieferbar: auf den DJI-proprietären DL-Anschluss, auf Leica M-Mount, auf L-Mount und E-Mount. Im März 2023 hat DJI ein erstes kompaktes Zoomobjektiv vom Typ DL PZ 17-28mm T3.0 ASPH für den Ronin 4D vorgestellt.

Manuelle Objektive brauchen einen Zahnkranz zur Fernbedienung mit den externen Schärfemotoren, wie die Leica M-0.8-Objektivserie. Autofokusobjektive können über ihren internen Motor gesteuert werden. Holger Fleig hat für seinen Ronin 4D einen Satz ZEISS Batis-Objektive mit den Brennweiten 18, 25, 40 und 95 mm in E-Mount angeschafft und war nach ersten Tests mit Leihgeräten von dem guten Zusammenspiel zwischen der Kameraelektronik und den integrierten Ob- jektivmotoren angetan. Einmal kalibriert ist ein schneller Objektivwechsel zwischen den Brennweiten ohne weitere Anpassungsarbeiten möglich, was das Drehen im Vergleich zu anderen Gimbal-Setups wie etwa Mōvi mit ARRI ALEXA Mini deutlich beschleunigt. 

Erfahrungswerte

Die moderne Kameratechnik hat immer mehr Funktionen und Komponenten in kompakte Gehäuse integriert. Damit ist aber der Umfang der verschiedenen Bedienfunktionen immens gestiegen. Man braucht Erfahrung, um die Möglichkeiten zu nutzen und gegebenenfalls automatisierte Funktionen auszutricksen. Die Z-Achse, also die Höhenkontrolle der Ronin-4D-Kamera, kann beispielsweise in zwei Modi betrieben werden. Im Lockmodus bleibt die Kamera stets auf einer Höhe, auch wenn die Gehäusehöhe gegenüber dem Untergrund schwankt. Der Korrekturbereich entspricht dem Ausgleichspotenzial des Z-Arms von 13 Zentimetern. Zur genauen Positionierung werden die Daten eines IMU-Sensors und mehreren optischen Sensoren am Boden und der Front des Kamerakörpers verwendet. Bei stark reflektierendem Untergrund, wie er bei Sonnenstrahlung im Wattenmeer zwangsläufig gegeben ist, kann das System so irritiert reagieren, dass die Aufnahme unbrauchbar wird. Durch Um- schalten auf den Follow-Modus konnte Holger Fleig solche Situationen umgehen, aber das setzt das Wissen um die potenziellen Schwierigkeiten, und eine entsprechende Erfahrung voraus.


DoP Helmut Pirnat zu den Dreharbeiten mit der DJI Ronin 4D

„Ich wollte bei diesem Projekt einen Gimbal zur Verfügung haben, der drehfertig ist. Man muss nur hingreifen, wenn man ihn braucht, ohne Umbau der Kamera. Das habe ich mir von dem Ronin 4D erwartet und das ist eingetreten. Auch der Objektivwechsel dauert nur Sekunden. Diese unkomplizierte Schnelligkeit hat uns sehr dazu animiert, die zweite Kamera öfter bei Dialogszenen einzusetzen und wir haben viel Zeit gespart und mehr Material bekommen. Der Regisseur Johannes Fabrick und ich sind eher auf eine Kamera ausgerichtet. Mit zwei Kameras drehen, das ist in Österreich schon oft der Fall, weil es einfach Zeit spart. Wir mussten uns ein bisschen umstellen. Bei diesem Projekt wollten wir etwas Fließendes, Vorhergehen, Nachgehen und dafür war die Ronin 4D einfach ideal. Die Kamera ist auch so leicht, dass man kein Easy Rig verwenden muss. Die Schärferegelung ist gut, aber gewöhnungsbedürftig, kann unter Umständen auch vom Operator allein gemacht werden. Probleme hatten wir mit der Funkübertragung in Innenräumen, da muss man das Gerät noch mehr austesten.“


Um bei einer nicht extrem umfangreich ausgestatteten Produktion wie den Ostfriesland-Krimis neben dem DoP, Kamera- und Materialassistenten durchgehend einen B-Kamera-Operator im Budget unterzubringen, bedarf es Absprachen im Team über eine flexiblere Arbeitsaufteilung. So über eine flexiblere Arbeitsaufteilung. So verzichtete Bühnenmann Frederik Schmidt auf einen Assistenten unter der Prämisse, dass ihn Holger Fleig beim Kranaufbau unterstützen würde. Auch die Materialassistentin erhielt eine höhere Gage, weil sie zeitweilig beim Einsatz beider Kameras als Schärfenassistentin für die B-Kamera fungieren musste.

Durch den Einsatz der Ronin 4D reduzierte sich jedoch im Gegenzug die Anzahl aufwendiger Kamerabühnenaufbauten für bewegte Szenen und es wurden andere als die üblichen Hilfen von der Kamerabühne benötigt. Ein spezieller rollbarer Drehstuhl half Fleig als zusätzliche Stütze bei den Ronin-4D-Aufnahmen in Innenräumen. Hat sich also die Kamera am Set bewährt? „Absolut“, sagt Holger Fleig. „Das Material hat sich gut mischen lassen und vor allem konnten wir so in der knappen Drehzeit mehr Material drehen, das sich im Schnitt als sehr wertvoll erwiesen hat!“ [15323]


Lesen Sie hier, warum Holger Fleig und Helmut Pirnat die DJI Ronin 4D unter realen Drehbedingungen ausprobierten!


 

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