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IBC 2026: Qvest automatisiert Hochformat-Versionen mit V-Cropper

Qvest zeigt auf der IBC 2026 mit V-Cropper einen KI-basierten Workflow, der horizontales Video automatisch für andere Seitenverhältnisse aufbereitet. Die gemeinsam mit NVIDIA-Technologien entwickelte Lösung verfolgt Personen und Objekte im Bild und soll insbesondere die schnelle Erstellung vertikaler Versionen von Sport- und Live-Inhalten erleichtern.

IBC Qvest
Foto: Qvest

Aus einer 16:9-Live-Produktion möglichst schnell Clips für vertikale Social-Media-Formate zu erzeugen, ist bislang mit zusätzlicher Bearbeitung verbunden. Ein einfacher Beschnitt reicht dabei häufig nicht: Das relevante Geschehen muss auch dann im Ausschnitt bleiben, wenn sich Spieler, Athleten oder Bälle innerhalb des ursprünglichen Bildes bewegen.

Der V-Cropper Blueprint von Qvest automatisiert diesen Schritt. Die KI analysiert das Ausgangsmaterial, verfolgt relevante Motive und verschiebt den Ausschnitt entsprechend. Damit sollen beispielsweise Szenen einer Sportübertragung unmittelbar nach ihrer Entstehung für mobile Plattformen aufbereitet werden können.

Tracking lässt sich auf Inhalte abstimmen

Dabei ist V-Cropper nicht auf ein fest vorgegebenes Tracking-Modell beschränkt. Über eine Labeling- und Tuning-Oberfläche können Anwender das Verhalten an unterschiedliche Sportarten und Content-Szenarien anpassen. Ein Fußballspiel stellt schließlich andere Anforderungen an die Wahl des relevanten Bildbereichs als Tennis oder Motorsport.

Technisch setzt Qvest unter anderem auf NVIDIA NIM Microservices für die KI-Inferenz und NVIDIA Brev für wiederverwendbare Deployment-Konfigurationen. Die Anwendung ist containerisiert und kann sowohl in der Cloud als auch auf eigener Infrastruktur betrieben werden. Medienunternehmen müssen ihr Material damit nicht an einen externen Multi-Tenant-KI-Dienst übergeben.

Bemerkenswert ist zudem, dass Qvest V-Cropper nicht nur als fertige Anwendung positioniert. Der Blueprint soll als Open-Source-Basis zur Verfügung stehen und von Medienunternehmen an eigene Produktionsabläufe angepasst werden können.

Aus einem Format entstehen viele

Die eigentliche Bedeutung des Ansatzes liegt damit weniger im automatischen Beschnitt allein. V-Cropper steht beispielhaft für eine Veränderung der Content-Produktion, bei der das Format der Kameraaufnahme nicht mehr zwangsläufig das Format der Veröffentlichung ist. Aus demselben horizontal produzierten Ausgangsmaterial müssen heute parallel unterschiedliche Versionen für lineares Fernsehen, Websites und mobile Plattformen entstehen. KI übernimmt dabei zunehmend Aufgaben, für die bislang eine redaktionelle oder technische Bearbeitung jeder einzelnen Version notwendig war.

Gerade bei Sport und Live-Produktionen kommt der Faktor Zeit hinzu. Der Wert eines Tores, eines Überholmanövers oder einer anderen Schlüsselszene als Social-Media-Clip ist unmittelbar nach dem Ereignis am höchsten. Automatisiertes Reframing kann deshalb nicht nur Arbeitszeit sparen, sondern den Abstand zwischen Live-Ereignis und Veröffentlichung verkürzen.

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