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IBC 2026: Panasonic stattet PTZ-Kameras mit Global Shutter aus

Panasonic stellt auf der IBC 2026 mit AW-UE200 und AW-UER200 zwei neue 4K-PTZ-Kameraserien mit Global Shutter vor. Der 1,2-Typ-MOS-Sensor soll Verzerrungen bei schnellen Bewegungen vermeiden. Die UER200 ergänzt das Konzept um eine Rollachse und kann den Sensor für native 9:16-Aufnahmen ins Hochformat drehen.

IBC Panasonic
Foto: Panasonic

Global-Shutter-Sensoren sind bei Cinema- und Studiokameras inzwischen etabliert, bei PTZ-Kameras aber noch ungewöhnlich. Panasonic bezeichnet die UE200 und UER200 als weltweit erste 4K-PTZ-Serien mit Global-Shutter-MOS-Sensor. Vor allem bei Sport, Live-Events und Studioproduktionen soll die Technik Bewegungsverzerrungen vermeiden, die bei Rolling-Shutter-Sensoren durch schnelle Motive oder Kamerabewegungen entstehen können. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil für typische Live-Produktionsumgebungen, denn  der Global Shutter soll auch störendes Flimmern beim Einsatz mit LED-Wänden und Bühnenbeleuchtung reduzieren.

Schneller für Sport und Live-Produktion

Passend dazu beschleunigt Panasonic auch die Mechanik. Für die UE200 nennt der Hersteller eine Schwenkbeschleunigung von bis zu 1.800 Grad pro Sekunde und damit etwa das Neunfache der AW-UE160. Schnelle Motive sollen sich dadurch unmittelbar verfolgen lassen. Beide Serien verfügen über einen 22-fachen optischen Zoom und ein Weitwinkelobjektiv mit 80 Grad horizontalem Bildwinkel.

Die Zoomfahrt lässt sich abhängig vom gewünschten Bildeindruck stark variieren: Für den Weg zwischen Weitwinkel und Tele gibt Panasonic einen Bereich von 0,5 bis 120 Sekunden an.

Auch für Sportproduktionen interessant sind Bildraten von bis zu 180 fps. Damit zielt Panasonic ausdrücklich auf Zeitlupen-Wiederholungen. Die Unterstützung soll allerdings erst mit einem für September 2027 vorgesehenen Firmware-Update verfügbar werden.

Auto-Tracking und Auto-Framing sind direkt in die Kameras integriert und benötigen keine externe Media Production Suite. Die Konfiguration erfolgt über eine webbasierte Benutzeroberfläche.

Die Kamera dreht ins Hochformat

Einen ungewöhnlichen Schritt geht Panasonic mit der AW-UER200. Zusätzlich zu Pan und Tilt besitzt sie eine Rollachse mit einem Bewegungsbereich von minus 200 bis plus 200 Grad. Dadurch kann die gesamte Kamera beziehungsweise der Sensor zwischen horizontaler und vertikaler Ausrichtung wechseln.

Für eine 9:16-Ausgabe muss damit nicht lediglich ein schmaler Ausschnitt aus dem 16:9-Bild verwendet werden. Stattdessen steht die Sensorfläche auch für die Hochformatproduktion zur Verfügung. Panasonic adressiert damit insbesondere Social-Media- und Mobile-Produktionen. Eine automatische horizontale Nivellierung soll außerdem die Installation an schrägen Montagepositionen vereinfachen.

PTZ übernimmt Aufgaben der Systemkamera

Mit den neuen Modellen wird sichtbar, wie stark sich PTZ-Kameras technisch klassischen Studiokameras annähern. Global Shutter, hohe Bildraten und schnelle Mechanik zielen nicht mehr allein auf Konferenz-, Corporate- oder einfache Remote-Anwendungen, sondern auf Sport und anspruchsvollere Live-Produktionen.

Gleichzeitig zeigt die zusätzliche Rollachse der UER200, dass sich die Anforderungen an die Bildformate verändern. Während Software wie der auf der IBC vorgestellte V-Cropper von Qvest aus einer horizontalen Aufnahme nachträglich vertikale Versionen erzeugt, setzt Panasonic bereits bei der Aufnahme an: Nicht der Ausschnitt wird ins Hochformat gebracht, sondern die Kamera selbst.

Die AW-UE200 soll im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen, die AW-UER200 im zweiten Quartal. Zusätzlich sind mit AW-UE210 und AW-UER210 Varianten vorgesehen, die SMPTE ST 2110 und Dante standardmäßig unterstützen.

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