Anzeige
Anzeige
News von der IBC 2026 - powered by Riedel

IBC 2026: Middle Control 4 verbindet Canon-Kameras und Gimbals

Middle Things zeigt auf der IBC 2026 am Stand von Canon die neue Version 4 seiner Kamerasteuerungssoftware Middle Control. Die Anwendung kann unterschiedliche Cinema-, System- und PTZ-Kameras gemeinsam mit Gimbals über eine Oberfläche steuern. Neu hinzugekommen sind unter anderem erweiterte Monitoring- und Recording-Funktionen, Automationen sowie eine Windows-Version.

IBC Canon
Foto: Uwe Agnes

Middle Control verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz für Remote- und Multikamera-Produktionen. Statt ein geschlossenes System aus Kameras, Remote Heads und Controller aufzubauen, verbindet die Software vorhandenes Equipment unterschiedlicher Hersteller. Mehr als 200 Kameramodelle von Canon, Sony, Blackmagic Design, Panasonic, Lumix, Z CAM und verschiedenen PTZ-Herstellern werden nach Angaben von Middle Things inzwischen unterstützt. Auch iPhones mit der Blackmagic Camera App können eingebunden werden.

Auf der IBC demonstriert Middle Things Version 4 unter anderem am Canon-Stand. Dort lassen sich beispielsweise Cinema-EOS-Modelle wie C500 Mark II, C400, C300 Mark III, C80, C70 und C50 ebenso integrieren wie Canon-PTZ-Kameras und spiegellose EOS-Modelle. Auch die Canon-Controller RC-IP1000 und RC-IP300 werden unterstützt.

Ein Controller für unterschiedliche Kameras

Interessant wird das Konzept durch die Verbindung mit Geräten anderer Hersteller. DJI-RS-Gimbals lassen sich ebenso einbinden wie Bitfocus Companion, USB-Gamepads und Joysticks oder Blackmagic-ATEM-Switcher und -Panels. Ein Canon RC-IP1000 oder RC-IP300 kann mit der Pro-Version sogar zur Steuerung anderer unterstützter Kameras oder Gimbals verwendet werden.

Middle Control 4 übernimmt dabei nicht nur Pan, Tilt und Zoom. Je nach Kamera lassen sich Parameter wie Fokus, Blende, Shutter, Gain beziehungsweise ISO, Weißabgleich, Tint und ND-Filter fernsteuern. Kamera- und Gimbal-Positionen können gemeinsam als Presets gespeichert und anschließend wieder aufgerufen werden.

Damit können beispielsweise vorhandene Cinema-Kameras auf einem Gimbal in einen Workflow eingebunden werden, der sich in der Bedienung einem klassischen PTZ-System annähert. Middle Things positioniert die Software entsprechend auch für Live-Events, Streaming und Broadcast-Anwendungen.

Monitoring wird Teil der Steuerung

Mit Version 4 erweitert Middle Things die Anwendung zugleich um Monitoring-Funktionen. Live View bietet jetzt Waveform, Histogramm, RGB-Parade, False Color, Zebra, Peaking und Guides sowie bis zu fünf eigene LUTs. Die Pro-Version stellt einen Multiviewer für bis zu neun Kameras bereit. Videosignale können zudem über HDMI oder über Blackmagic UltraStudio als SDI ausgegeben sowie an Anwendungen wie OBS, vMix und Wirecast übergeben werden.

Neu ist außerdem ein Record Center. Es zeigt unter anderem verbleibende Aufnahmezeit, verwendeten Medienslot, Framerate, Auflösung und Bitrate an und ermöglicht abhängig von der Kamera auch das Formatieren der Medien. In der Pro-Version können Kameras, HyperDeck-Recorder und die ATEM-Aufzeichnung gemeinsam gesteuert werden.

Automationen ermöglichen wiederkehrende Kamerabewegungen. Dazu gehören Preset-Sequenzen, Zoom-Loops oder eine Boomerang-Funktion; die Abläufe können auch über Bitfocus Companion ausgelöst werden.

Aus Cinema-Kameras werden ferngesteuerte Systeme

Damit greift Middle Control 4 eine Entwicklung auf, die wir auf dieser IBC bereits an mehreren Stellen sehen: Die Grenzen zwischen klassischer Kamerabedienung, PTZ und Remote Production werden durchlässiger. Eine Kamera muss nicht mehr als PTZ-System konzipiert worden sein, damit sie innerhalb einer automatisierten oder zentral gesteuerten Multikamera-Produktion eingesetzt werden kann.

Das ist insbesondere für kleinere Produktionen interessant. Bereits vorhandene Cinema- oder Systemkameras können mit Gimbals und vergleichsweise einfacher Netzwerkinfrastruktur zu einem zentral steuerbaren Multikamera-Setup zusammengestellt werden. Middle Control übernimmt dabei die Abstraktionsschicht zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller.

Middle Control 4 ist für macOS kostenlos erhältlich; eine Windows-Version befindet sich als öffentliche Beta ebenfalls kostenlos im Angebot. Die Pro-Version kostet zum Start 199 Euro einmalig und ist derzeit auf macOS beschränkt. Ab 1. November soll der Preis auf 349 Euro steigen.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.