Nach ihrer Premiere auf der IFA zeigt DJI die Osmo 360 II nun auch auf der IBC 2026. Die neue 360-Grad-Kamera zeichnet Panorama-Video mit bis zu 8K/60p auf und bietet 10-Bit-Aufzeichnung mit D-Log M. Neu sind zudem ein quadratischer HDR-Sensor, austauschbare Objektive und verbesserte Möglichkeiten für Low-Light-Aufnahmen.
DJI hatte die zweite Generation seiner 360-Grad-Kamera unmittelbar vor der IBC auf der IFA 2026 in Berlin vorgestellt. In Amsterdam richtet sich die Präsentation nun stärker an professionelle Anwender aus Film und Content-Produktion. Die Osmo 360 II gehört neben dem neuen SDR Transmission 2 zu den beiden Schwerpunkten des DJI-Auftritts.
Im Inneren arbeitet ein neuer quadratischer HDR-Bildsensor im 1-Zoll-Format. Nach Angaben von DJI wird die Sensorfläche dadurch gegenüber einer konventionellen rechteckigen Konstruktion um 25 Prozent besser ausgenutzt. Für 360-Grad-Aufnahmen gibt der Hersteller einen Dynamikumfang von 14,5 Blendenstufen an. Video lässt sich mit bis zu 8K und 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen; die Pixelgröße beträgt 2,4 µm.
10 Bit und D-Log M für den weiteren Workflow
Für professionelle Anwendungen interessanter als manche der integrierten Effektfunktionen dürfte die durchgängige Unterstützung von 10 Bit und D-Log M sein. DJI bietet diese Farbtiefe und das Log-Profil bei der Osmo 360 II für sämtliche Videoformate an. Damit lässt sich Material aus der kleinen 360-Grad-Kamera besser in einen regulären Grading-Workflow integrieren.
Für Aufnahmen bei wenig Licht kombiniert DJI den neuen Sensor mit AI SuperNight 2.0. Ein KI-basierter Algorithmus soll dabei das Bildrauschen reduzieren. Außerdem können die beiden exponierten Objektive der Kamera erstmals ausgetauscht werden. Ihre Oberfläche erhält zusätzlich eine härtere Beschichtung zum Schutz gegen Kratzer und Verschleiß.
Die Kamera wiegt 183 Gramm und besitzt 105 GB internen Speicher. Bei 8K/30p gibt DJI eine kontinuierliche Aufnahmezeit von bis zu 100 Minuten an. Der Akku lässt sich innerhalb von 22 Minuten auf 80 Prozent laden.
Der Bildausschnitt entsteht nach der Aufnahme
Interessant ist 360-Grad-Technik aber vor allem wegen der Trennung von Aufnahme und späterem Bildausschnitt. Die Kamera zeichnet zunächst die gesamte Umgebung auf. Welche Blickrichtung und welcher Ausschnitt letztlich im fertigen Film erscheinen, kann anschließend festgelegt werden.
DJI versucht zugleich, diesen zusätzlichen Arbeitsschritt teilweise wieder aus der Postproduktion herauszunehmen. Die Funktion Spotlight Follow kann ein Motiv automatisch verfolgen und innerhalb des gewählten Ausschnitts halten, auch wenn sich die Kamera während der Aufnahme dreht. Umgekehrt können 360-Grad-Dateien aus DJI Studio über ein Plugin direkt in DaVinci Resolve übernommen werden.
Damit bewegt sich die 360-Grad-Kamera zunehmend weg vom reinen Spezialeffekt. Gerade bei Action, Dokumentation oder schwer wiederholbaren Situationen kann zunächst die komplette Umgebung aufgezeichnet und die eigentliche Kameraführung anschließend bestimmt werden. Die hohe Auflösung ist dabei entscheidend, weil aus dem 8K-Panorama letztlich nur ein Ausschnitt für das konventionelle Bild verwendet wird.
Zur Ausstattung gehören außerdem vier integrierte Mikrofone mit Windgeräuschunterdrückung. Über OsmoAudio lassen sich unter anderem DJI Mic 3 und Mic 2 direkt mit der Kamera verbinden. Die Osmo 360 II ist bis zehn Meter wasserdicht; mit einem optionalen Gehäuse sind bis zu 50 Meter möglich. Für Europa kündigt DJI die offizielle Verfügbarkeit zum 15. September an.