IBC 2026: Sigma erweitert Aizu Primes um drei Brennweiten
von Uwe Agnes,
Sigma erweitert seine Aizu-Prime-Serie um drei weitere Large-Format-Cine-Objektive. Neu hinzu kommen 21 mm T1.3 LF, 100 mm T1.3 LF und 125 mm T1.3 LF. Damit umfasst die Reihe elf Brennweiten von 18 bis 125 mm, die durchgängig eine Lichtstärke von T1.3 bieten.
Foto: Sigma
Sigma hatte die Aizu Primes im Juni 2025 vorgestellt und zunächst acht Brennweiten zwischen 25 und 75 mm auf den Markt gebracht. Mit den jetzt angekündigten 21, 100 und 125 mm wird die Reihe insbesondere am langen Ende deutlich ausgebaut. Zusammen mit dem 18 mm reicht das System damit vom Ultraweitwinkel bis zum Telebereich.
Die einheitliche Lichtstärke von T1.3 über diesen großen Brennweitenbereich ist dabei eines der zentralen Merkmale der Serie. Sie erlaubt nicht nur Aufnahmen bei wenig Licht, sondern vor allem eine geringe Schärfentiefe auch bei den längeren Brennweiten. Sigma beschreibt die Abbildung als Verbindung moderner Schärfe mit einem weicheren, organischen Bildeindruck. Verzeichnung und Focus Breathing sollen über die Reihe hinweg gering gehalten werden.
Einheitlicher Look über elf Brennweiten
Für den Einsatz als Satz wichtiger als die Eigenschaften eines einzelnen Objektivs ist die Abstimmung der gesamten Reihe. Sigma hat Farbbalance, Kontrast und Streulichtverhalten der Aizu Primes aufeinander abgestimmt, damit sich beim Wechsel der Brennweite der grundsätzliche Bildeindruck nicht verändert.
Alle Objektive besitzen einen Bildkreis von 46,3 mm. Damit decken sie neben Vollformat und Super 35 auch Large-Format-Kameras wie die ARRI ALEXA LF im Open-Gate-Modus sowie VistaVision-Formate ab. Angeboten werden die Objektive mit PL- und Sony-E-Mount.
Die neuen Brennweiten unterscheiden sich trotz identischer maximaler Öffnung deutlich in Größe und Gewicht. Das 21 mm T1.3 LF wiegt in der PL-Version 1,6 kg und besitzt wie der Großteil der Serie einen Frontdurchmesser von 95 mm. Die beiden Teleobjektive wiegen jeweils 2,2 kg. Beim 100 mm bleibt es bei 95 mm Frontdurchmesser, das 125 mm wächst auf 114 mm. Die Naheinstellgrenzen liegen bei 35 cm für das 21 mm, einem Meter beim 100 mm und 1,25 Metern beim 125 mm.
Metadaten für VFX und Virtual Production
Neben den optischen Eigenschaften berücksichtigt Sigma zunehmend auch datenbasierte Produktionsworkflows. Die Aizu Primes unterstützen Cooke /i und ZEISS eXtended Data und können Objektiv-Metadaten während der Aufnahme bereitstellen. Darüber hinaus lassen sich Korrekturdaten für Verzeichnung und Vignettierung exportieren. Das erleichtert insbesondere VFX- und Virtual-Production-Workflows, bei denen die optischen Eigenschaften des verwendeten Objektivs in der weiteren Verarbeitung berücksichtigt werden müssen.
Damit zeigt die Erweiterung der Serie auch, wie sich die Anforderungen an moderne Cine-Objektivsätze verändern. Ein konsistenter Look und eine einheitliche Mechanik bleiben entscheidend, gleichzeitig werden Objektivdaten zunehmend Teil der Produktionskette. Die neuen Sigma Aizu Prime 21 mm T1.3 LF, 100 mm T1.3 LF und 125 mm T1.3 LF sollen im November 2026 auf den Markt kommen. Sigma nennt für jede der drei Brennweiten einen Preis von 9.419 Euro.