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Präzisions-Entwicklung DENZ mit neuer Geschäftsführung

Näher an der Branche

Im Oktober 2020 hat Dr. Till Vogels die Geschäftsführung bei DENZ übernommen. Im Gespräch hat er uns für unser Heft 4.2021 erläutert, auf welchem Weg er das Unternehmen sieht.

Sie haben die Position als Geschäftsführer bei DENZ im Corona-Jahr 2020 übernommen. Wie ist das Unternehmen bislang durch die Covid-19-Krise gekommen?
Gesundheitlich sind wir wirklich gut durch die Corona-Krise gekommen. Niemand hier im Unternehmen hatte Corona – außer mir. Ich hatte es aber, bevor ich zu DENZ gekommen bin, deswegen zählt das nicht. Aber hier bei DENZ ist es aufgrund der strikten Hygienevorschriften bis jetzt tatsächlich gut gelaufen und wir hoffen, dass es so bleibt! Wirtschaftlich trifft uns Corona wie viele anderen Unternehmen auch. Es gibt andere Branchen, wie zum Beispiel Gastronomie oder Tourismus, die bestimmt noch härter betroffen sind, aber auch wir merken, dass es in der Wirtschaft insgesamt schlechter läuft und dass auch viele unserer Kunden erst einmal vorsichtig sind, im Moment lieber auf Nummer sicher gehen und keine großen Investitionen tätigen. Deswegen bleiben zurzeit Aufträge aus oder verschieben sich in die Zukunft. Wir sind aber guter Dinge, dass die Wirtschaft im Sommer dieses Jahres wieder „anspringt“ und dann mit einem richtigen Kick-Start. Darauf bereiten wir uns heute schon bei DENZ vor.

Wie ist Ihr persönlicher Hintergrund und Werdegang, der sie auf Ihren Posten als Geschäftsführer bei DENZ geführt hat?
Ich bin Maschinenbauingenieur und habe in Aachen an der RWTH studiert und dort auch promoviert. Zusätzlich habe ich noch BWL studiert und einen Abschluss als Wirtschaftswissenschaftler gemacht. Während meiner Promotion war ich in Beratungsprojekten tätig und bin dann zu Siemens gegangen, wo ich als erste Station im Bereich Mobility Zugprojekte betreut habe. Das war eine sehr spannende Zeit, in der ich viel lernen konnte. Siemens als Großkonzern ist ein großer Dampfer, der nur sehr langsam von A nach B zu bewegen ist oder eine Richtungsänderung machen kann und das hat mich dann veranlasst nach einem neuen Job zu suchen, bei dem ich mehr bewegen kann.

DENZ-Geschäftsführer Dr. Till Vogels

Mich treibt es aber an, etwas nach vorne zu bringen, schnell etwas umzusetzen und da bin ich auf die Suche nach einem produzierenden Unternehmen gegangen, in dem ich wirklich etwas mitgestalten, in die richtige Richtung lenken und schnell umsetzen kann. Diese Chance habe ich jetzt hier bei DENZ erhalten: ein produzierendes Unternehmen mit spannenden eigenen Produkten, mit einer langen Historie und einem hochmodernen Maschinenpark sowie sehr kompetenten Mitarbeitern. Obwohl Siemens in dieser Corona-Phase mit all ihren Schwierigkeiten eine gewisse Sicherheit geboten hätte, habe ich mich dann entschieden, den Posten hier zu übernehmen – worüber ich sehr froh bin – und leite jetzt seit dem 1. Oktober 2020 als Geschäftsführer die Geschicke bei DENZ.

DENZ hat ja im vergangenen Jahr 50-jähriges Firmenjubiläum gefeiert und war seit der Firmengründung bis Mitte 2019, also bevor Ihr Vorgänger auf den Posten kam, unter der Leitung des Firmengründers Peter Denz. Nun ist so eine Übergabe vom Inhaber und Gründer an die nächste Generation nicht so ganz ohne Herausforderungen, was man vielleicht auch aus der Tatsache ableiten kann, dass ihr Vorgänger nicht so sehr lange bei DENZ geblieben ist. Wie denken Sie darüber?
Eine Übergabe vom Gründer und Eigentümer an einen Nachfolger aus einer anderen Generation bringt immer auch große Herausforderungen mit sich, insbesondere nach fast 50 Jahren. Peter Denz hat das Unternehmen seit 1970 mit seiner eigenen Art und seinem eigenen Stil stark geprägt und erfolgreich gemacht. Mit seiner Erfahrung und seinem Know-how konnte Herr Denz anders agieren, als ich das tun muss und werde. Von daher ist es, genau wie Sie sagen, eine große Herausforderung. Gleichzeitig bieten sich aber auch viele Chancen durch den Wechsel und meine neue „Sichtweise“, zum Beispiel beim Thema Kooperation mit anderen Unternehmen oder Digitalisierung.

Ist Peter Denz denn noch im operativen Geschäft tätig?
Nein, ist er nicht mehr. Ich hatte jetzt mehrmals lange Telefonate mit ihm, wo ich mir noch mal Ratschläge geholt habe. Er steht uns immer noch zur Verfügung, wenn wir Fragen haben oder wenn wir seine Hilfe benötigen, aber er hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Aufgrund der Corona-Situation habe ich Herrn Denz bisher leider noch nicht persönlich kennenlernen können. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir einen guten Draht zueinander haben und dass es gut passt. Wir können sehr gut kommunizieren und denken an vielen Stellen ähnlich, weil die Richtung, die er mit dem Unternehmen eingeschlagen hat, auch aus meiner Sicht genau die richtige Richtung ist: hochqualitative High-End-Produkte für den Cinetec-Bereich zu fertigen und im Bereich der Lohnfertigung hochpräzise Bauteile in höchster Qualität herzustellen

Das ist auch das, was wir weiter machen werden. Ich bringe jetzt zusätzlich noch ein paar Dinge auf den Weg, die zum Teil auch meinem jüngeren Alter geschuldet sind, zum Beispiel beim Thema Digitalisierung, wo mir Dinge wie eine moderne Webseite, eine Social-Media-Präsenz (Instagram, Facebook und LinkedIn) und auch die Digitalisierung der internen Abläufe wichtig sind. Das ist mit Sicherheit eine Herausforderung. Zum Glück habe ich hier mit Petra Graf, Christine Sailer und Christian Gritscher – um nur ein paar Mitarbeiter stellvertretend für das ganze Team zu nennen – sehr erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das seit vielen Jahren machen und natürlich das Unternehmen mit ihrer Erfahrung tragen.

Für den Viewfinder entwickelte DENZ einen Video Assist.

Also keine Neuausrichtung, sondern, wenn man es mal verkürzt formulieren will: Wir machen weiter so wie bisher, nur anders.
Sagen wir es so: Wir übernehmen die Punkte, die gut sind und die für DENZ stehen. Insofern werden wir jetzt bestimmt nicht alles anders machen. Der Name DENZ wird auch weiterhin für hohe Qualität, für hochwertige Produkte und für hochpräzise Bauteile stehen. Wir werden aber daran arbeiten, Innovationen zu entwickeln und schneller in den Markt zu bringen, näher am Markt und an unseren Kunden zu sein und einen engeren Kontakt mit ihnen zu pflegen. Zusätzlich haben wir uns bei DENZ noch einmal personell verstärkt mit Sebastian Merkel der die Leitung des Bereichs CineTec übernommen hat und viele Jahre Erfahrung und ein großes Netzwerk in der Branche mitbringt und im letzten Jahr mit Jim Elias in der Entwicklung, der ebenfalls viel Know-how mitbringt und die Firma DENZ schon lange kennt. Außerdem haben wir mit Daniel Neumaier einen neuen Mitarbeiter in der Montage für den Cinetec-Bereich eingestellt, so dass wir weitere Kompetenz aufgebaut haben.

Gibt es da schon erste Ergebnisse?
Ja, da kann ich schon ein bisschen erzählen. Das Thema Innovation ist für uns nach wie vor wichtig. Peter Denz hatte ja 1996 ein Produkt gestartet, mit dem das Video aus dem Sucher der Kameras ausgespiegelt werden konnte und das mit dem Technik-Oscar ausgezeichnet wurde. Daran werden wir jetzt anknüpfen und auch für unseren Viewfinder einen „Video Assist“ einführen, mit dem man das Bild aus dem Viewfinder ausspiegeln kann. Somit muss man sich nicht mehr vor der Linse drängeln oder abwechseln, sondern kann das Bild über HDMI einfach für alle auf einem Monitor darstellen.

Bei einem anderen Thema arbeiten wir sehr eng mit PhotoCineRent und Albrecht Gerlach in Frankreich zusammen. Wir entwickeln gemeinsam ein System, mit dem sich Bildschirme sehr einfach tilten lassen. Damit bekommt man am Set die Möglichkeit, die Monitore so einzustellen, dass sie immer im Winkel für einen perfekten Blick darauf stehen. Bei solchen Projekten arbeiten wir sehr eng mit unseren Kunden zusammen.

Ein drittes Thema, mit dem wir uns mehr beschäftigen wollen und was wir in der Vergangenheit nicht so stark gemacht haben, ist das Customizing. Hier wollen wir auch auf individuelle Kundenwünsche wieder stärker eingehen. Gibt es da sinnvolle Produkte oder Anwendungen, die wir realisieren können? Hier haben wir beispielsweise mit dem Naturfilmer Rolf Steinmann zusammengearbeitet und unseren schon existierenden DENZ Shuteye Heater nach seinen Wünschen modifiziert. Das modifizierte Produkt ist jetzt auch im Einsatz bei kälteren Temperaturen, wo man ein beheiztes Okular braucht und wo er das wirklich nutzt und uns auch entsprechendes Feedback geben kann. Was hat gut funktioniert, was kann man vielleicht noch verbessern? So wollen wir in Zukunft sehr viel enger mit unseren Kunden und auch den Endkunden zusammenarbeiten.

Der Naturfilmer Rolf Steinmann setzte einen nach seinen Wünschen modifizierten Shuteye Heater ein.

Das klingt ein wenig in die Richtung gedacht von Kleinserien on demand und weg von den großen Stückzahlen und überwiegende Produktion im eigenen Haus.
Das ist der große Vorteil, den DENZ an dieser der Stelle hat. Wir haben vom Markt-Know-how mit Sebastian Merkel und Christine Sailer über das Entwicklungs-Know-how bei Jim Elias bis zum Fertigungs-Know-how alles bei uns in einer Hand und können dadurch solche Ideen auch sehr schnell und kostengünstig umsetzen. Am Ende muss es natürlich wirtschaftlich Sinn ergeben, das ist keine Frage. Aber genau da wollen wir hin: nicht unbedingt große Stückzahlen, sondern wirkliche High-End-Produkte zugeschnitten auf die Kundenbedürfnisse entwickeln, schnell umsetzen und in den Markt bringen.

Nun haben wir schon einiges über Ihre beruflichen Pläne erfahren. Wofür kann sich der Mensch Till Vogels begeistern, wenn er nicht gerade Geschäftsführer ist?
Ich brauche immer wieder neue Herausforderungen. Ich verlasse gern meine Wohlfühlzone und suche mir beruflich wie privat meine Challenges. Ich treibe sehr gerne Sport, laufe schon immer, spiele Golf, segele und vor drei Jahren habe ich mit dem Kitesurfen angefangen – das war dann für mich so meine nächste große private Challenge. Bei solchen Dingen will ich mich dann immer sehr stark reinfuchsen und es auch gut machen. Ansonsten bin ich vor einem Dreivierteljahr Vater geworden und hab unsere kleine Familie mit nach München genommen. Vorher haben wir in Düsseldorf gelebt, weil ich bei Siemens in Krefeld beschäftigt war. Das heißt, für meine Familie ist das jetzt auch ein kleiner Neustart hier in Unterhaching und das ist mir auch sehr wichtig und nimmt Zeit in Anspruch. [14418]

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