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IBC 2026: Panasonic ergänzt KAIROS mit großen Bedienpanels

Panasonic erweitert seine IT/IP-basierte Live-Produktionsplattform KAIROS auf der IBC 2026 um zwei neue Bedieneinheiten. AT-KP340 und AT-KP330 bieten jeweils zwölf Busse und sollen insbesondere die Bedienung komplexerer Live-Produktionen beschleunigen.

IBC PANASONIC
Foto: Uwe Agnes

Mit den beiden neuen Panels baut Panasonic die Hardwareseite von KAIROS aus. Das größere AT-KP340 verfügt über ein 40-XPT-Layout, das AT-KP330 über 30 Crosspoints. Beide stellen zwölf Bus-Reihen zur Verfügung und ermöglichen darüber den direkten Zugriff auf Quellen und Funktionen innerhalb umfangreicher Produktionen.

Die zusätzlichen Bedienelemente sollen insbesondere Funktionen, die während einer Live-Produktion häufig benötigt werden, schneller erreichbar machen. Snapshots und Makros lassen sich ebenso unmittelbar aufrufen wie weitere Funktionen innerhalb der einzelnen Bus-Reihen.Panasonic zielt damit auf Produktionen, bei denen die Flexibilität einer softwaredefinierten Plattform mit einer umfangreichen klassischen Bedienoberfläche kombiniert werden soll.

Softwareplattform bekommt mehr Hardware

KAIROS unterscheidet sich konzeptionell von einem traditionellen Bildmischer. Die Plattform basiert auf einer IT/IP-Architektur und verarbeitet Video nicht nach der klassischen, durch feste Ein- und Ausgangsstrukturen geprägten Switcher-Logik. Produktionsfunktionen und Bedienoberflächen lassen sich stattdessen stärker an die jeweilige Anwendung anpassen.

Gerade deshalb sind die neuen Panels interessant. Mit wachsender Komplexität einer Produktion steigt offenbar gleichzeitig der Bedarf nach einer physischen Oberfläche, auf der zentrale Funktionen unmittelbar erreichbar sind.

Das AT-KP340 mit seinen 40 Crosspoints soll im zweiten Quartal 2027 verfügbar werden. Das etwas kleinere AT-KP330 mit 30 Crosspoints folgt nach derzeitiger Planung im dritten Quartal 2027. Panasonic weist darauf hin, dass sich einzelne Funktionen noch in Entwicklung befinden und sich Spezifikationen sowie Termine deshalb ändern können.

IT/IP ersetzt den klassischen Arbeitsplatz nicht

Damit zeigt sich bei KAIROS eine interessante Entwicklung: Software-defined Production bedeutet nicht zwangsläufig weniger Hardware am Arbeitsplatz. Zwar werden Signalverarbeitung und Produktionslogik zunehmend von fest definierten Hardwarestrukturen entkoppelt, der Operator benötigt bei komplexen Live-Produktionen aber weiterhin schnellen und sicheren Zugriff auf viele Funktionen gleichzeitig.

Touchscreens und frei konfigurierbare Oberflächen bieten Flexibilität. Bei einer Live-Regie zählen jedoch ebenso Muskelgedächtnis, unmittelbare Rückmeldung und die Möglichkeit, mehrere Funktionen ohne Menüwechsel zu erreichen. Die neuen KAIROS-Panels übertragen deshalb ein wesentliches Element des klassischen Produktionsmischers auf eine softwaredefinierte Plattform.

Das passt zugleich zu einer Entwicklung, die sich auf der IBC 2026 an mehreren Stellen beobachten lässt: Die technische Infrastruktur wird abstrakter und stärker softwarebasiert, während die Bedienoberflächen wieder stärker auf den konkreten Arbeitsplatz zugeschnitten werden.

Panasonic automatisiert auch das Color Matching

Neben den KAIROS-Panels zeigt Panasonic weitere Neuerungen entlang des Live-Produktionsworkflows. Das Image-Adjust-Pro-Plug-in der Media Production Suite erhält eine automatische Color-Matching-Funktion. Die Farbmatrizen mehrerer Kameras können dabei an eine Referenzkamera angeglichen werden. Als Referenz darf auch eine Kamera eines anderen Herstellers dienen; die automatische Korrektur selbst wird jedoch nur auf kompatible Panasonic-Kameras angewendet. Das Update ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

Für die Studiokamera AK-UCX100 und die Multifunktionskamera AK-UBX100 kommen zudem neue Funktionen für Produktionen mit LED-Wänden. Color Temperature Blend soll unterschiedliche Farbtemperaturen von LED-Wand und realer Beleuchtung berücksichtigen. Target Color Correction erlaubt die gezielte Anpassung einzelner Farben, beispielsweise von Sponsorenlogos, nach Farbton, Sättigung und Luminanz. Chroma Suppression soll Übersättigungen und Farbverschiebungen bei besonders farbintensiven LED-Inhalten reduzieren.

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