IBC 2026: DJI zeigt verbesserte Funkstrecke SDR Transmission 2
von Uwe Agnes,
DJI zeigt auf der IBC 2026 mit SDR Transmission 2 die zweite Generation seines drahtlosen Videoübertragungssystems. Die neue Funkstrecke überträgt Videosignale mit bis zu 1080p/60 und verbindet Monitoring mit Kamera- und Gimbal-Steuerung. Reichweite und Stabilität der Übertragung wurden gegenüber der ersten Generation erweitert und verbessert.
Foto: Uwe Agnes
Mit SDR Transmission hatte DJI seine aus den professionellen Transmission-Systemen entwickelte Funktechnik 2024 in eine kompaktere und preisgünstigere Produktklasse gebracht. SDR Transmission 2 entwickelt dieses Konzept weiter und richtet sich insbesondere an kleine Filmteams, Gimbal- und Steadicam-Setups sowie mobile Produktionen.
Das System besteht aus Sender und Empfänger und verwendet DJIs Software Defined Radio-Technologie. Zusätzlich kann WLAN zur Übertragung eingesetzt werden. Nach Angaben von DJI erreicht SDR Transmission 2 unter optimalen Bedingungen eine Reichweite von bis zu drei Kilometern und überträgt 1080p-Signale mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.
Frequenzwechsel während der Aufnahme
Eine wesentliche Neuerung betrifft die Stabilität der Funkverbindung, denn SDR Transmission 2 kann automatisch zwischen den Frequenzbereichen 2,4 GHz, 5,8 GHz und DFS wechseln. Das System analysiert dabei die jeweilige Funkumgebung und soll bei Störungen selbstständig auf einen geeigneteren Kanal ausweichen. Für Produktionen in Messehallen, Veranstaltungsorten oder dicht belegten Funkumgebungen ist das mindestens ebenso relevant wie eine hohe nominelle Reichweite. DJI gibt die minimale Latenz mit 35 Millisekunden an. Die maximale Video-Bitrate beträgt 20 Mbit/s.
Neben HDMI stehen am Sender und Empfänger SDI-Anschlüsse zur Verfügung. Ein Sender kann dabei mehrere Empfänger beziehungsweise Monitoring-Geräte versorgen.
Videoübertragung wird zum Steuerkanal
Interessanter ist allerdings, dass DJI SDR Transmission 2 nicht allein als drahtlose Bildstrecke versteht. Das System überträgt zusätzlich Steuerdaten und kann dadurch Teil eines Remote-Kamera-Setups werden.
In Verbindung mit kompatiblen DJI-RS-Gimbals lassen sich Gimbalbewegungen aus der Entfernung kontrollieren. Auch die Fernsteuerung bestimmter Kamerafunktionen ist vorgesehen. Damit laufen Bildkontrolle und Bedienung über dieselbe drahtlose Infrastruktur.
Das Smartphone oder Tablet kann ebenfalls zum Monitor werden. Über die DJI-Ronin-App lässt sich das übertragene Bild auf mobilen Geräten anzeigen. Dort stehen Monitoring-Werkzeuge wie LUTs, False Color, Zebra und Waveform zur Verfügung.
Weniger Geräte zwischen Kamera und Regie
Damit setzt DJI eine Entwicklung fort, die auf der IBC 2026 mehrfach sichtbar wird: Monitoring, Übertragung und Kamerasteuerung wachsen zusammen. Eine Funkstrecke transportiert nicht mehr ausschließlich das Videosignal von der Kamera zum Monitor. Sie wird gleichzeitig zum bidirektionalen Kommunikationsweg zwischen Kamera, Gimbal und Bediener.
Das ist besonders für kompakte Teams interessant. Bei einer Gimbalaufnahme kann die Kamera physisch vom Kameramann getrennt sein, während Bildkontrolle, Kameraeinstellungen und Bewegungssteuerung an anderer Stelle erfolgen. Zusätzliche separate Funk- und Steuerungssysteme können dadurch entfallen.
SDR Transmission 2 fügt sich damit auch in DJIs zunehmend geschlossenes Produktionsökosystem aus Kameras, RS-Gimbals, Funkmikrofonen und Videoübertragung ein. Gerade diese Integration dürfte mindestens so wichtig sein wie die technischen Verbesserungen der eigentlichen Funkstrecke.