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Pineroot Filmproduktion aus Berlin setzt auf Nachhaltigkeit

Veränderung von Innen

Kleine Schritte sind nicht so ihr Ding. Zum Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung beim Filmemachen fragten sich zwei Filmemacher aus Berlin: „Warum nicht gleich die ganze Produktionsfirma darauf aufbauen?“ Gesagt, getan. Im November 2020 gründeten Kameramann Johannes Kaczmarczyk und Regisseur Vanouch Balian die Firma Pineroot. Zusammen mit Junior-Producerin Rebecca Brandmeier verrieten sie uns im Heft 3.2021, worauf es ankommt.

Virus hin oder her, die Klimakrise ist immer noch allgegenwärtig. Leben und Arbeiten nachhaltiger aufzustellen sollte daher Priorität werden. Dass das auch in der Film- branche hervorragend geht, sieht man an vielen kleinen Entwicklungen der letzten Jahre. Solargeneratoren, Lastenräder zum Transport von Equipment und auch der Grüne Drehpass der FFHSH Film Commission gehören dazu. Für Filmproduktionen sind das alles Impulse von außen. Die Veränderung muss aber von innen kommen, wenn auch sie nachhaltig sein soll. Das ist die Meinung von Vanouch Balian und Johannes Kaczmarczyk. Die Filmemacher aus Berlin gründeten im November 2020 das Unternehmen Pineroot.

Bewusst anders gestalten

Kaczmarczyk hatte schon länger die Idee, eine Filmproduktionsfirma zu gründen, die sich ganz der Nachhaltigkeit verschreiben würde. Balian fand die Idee gut und beide begannen, pro bono Projekte für gemeinnützige Verbände umzusetzen, bei denen sie diese Produktionsart ausprobieren konnten. Kaczmarczyk hatte schon früh erste Kameraberührungen. Bereits während des Zivildiensts bei der Drogenhilfe Köln dokumentierte er das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner mit der Kamera. Im Abschluss studierte er von 2008 bis 2014 Audiovisuelle Medien und Kamera an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. Das eher etwas breiter angelegte Studium wollte er noch vertiefen. So besuchte er von 2014 bis 2016 die Hamburg Media School und schloss mit dem Master ab. Sein Abschlussfilm „We take you“ schaffte es 2017 in den Studentenwettbewerb des Camerimage-Festival. Seit Ende des Studiums arbeitet er freiberuflich als Kameramann. Hier störte ihn in der Branche zum Beispiel der teilweise unkollegiale Umgang mit Menschen: „Mich reizte schon früh der Gedanke, etwas aufzubauen, wo man das bewusst anders gestaltet.


Der Name des Unternehmens „Pineroot“ deutet spielerisch auf die Naturverbundenheit des Handelns der Filmemacher hin. Er setzt sich aus den englischen Begriffen für „Kiefer“ und „Wurzel“ zusammen, die den grünen, nachhaltigen Aspekt der Filmproduktion symbolisieren.

Die Köpfe der Pineroot Filmproduktion: Johannes Kaczmarczyk, Rebecca Brandmeier und Vanouch Balian

Kaczmarczyk und Balian lernten einander bei einem Werbefilmprojekt kennen. Hier merkten beide, dass sie sehr gut zusammenarbeiten können und die gleichen Werte teilen. „Das heißt vor allem, wie wir arbeiten und wie wir mit anderen Menschen umgehen“, so Balian. Der Regisseur studierte zunächst Film- sowie Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte, dann Zeitbasierte Medien an der Hochschule Mainz mit Schwerpunkt Drehbuch und Regie. 2010 kam er nach Berlin, machte einen Aufbaukurs Drehbuch an der Skript Akademie und sammelte Erfahrung in zahlreichen Positionen am Set. In den letzten Jahren war er vor allem als Regisseur für Image- und Werbefilme tätig. Rebecca Brandmeier kam beinahe zufällig zu Pineroot. Aktuell studiert sie noch „Nachhaltige Ernährungssysteme“ in Schweden, hatte zuvor jedoch bereits ein Marketingstudium mit Fokus auf Nachhaltigkeit absolviert. Im Sommer 2020 lernte sie Balian und Kaczmarczyk bei einem Praktikum bei der Deutschen Umwelthilfe kennen, ein Kunde der beiden Filmemacher. Die beiden holten sie im Anschluss als Junior-Producerin für ein Projekt im September dazu – sie blieb zum Aufbau der Firma.

Für die Gründer ist es wichtig, ihre Werte klar zu formulieren.

Werte

„Nachhaltigkeit und Umweltschutz waren für mich immer schon Themen, die sich durch mein ganzes Leben zogen“, so Initiator Kaczmarczyk. „Ich hatte das Gefühl, dass es jetzt Zeit ist, das weiter voranzubringen.“ Diese Ziele fassen er und seine Mitstreiter in den Idealen ihres Unternehmens zusammen. Sie streben an, für Kunden zu arbeiten, die ihre Werte teilen. Außerdem soll schon die Kreation nachhaltig sein, was zum Beispiel bedeuten kann, bereits in der Konzeptionsphase gemeinsam mit dem Kunden wirklich sinnvolle und dadurch nachhaltige Marketing-Maßnahmen zu erarbeiten. Darüber hinaus strebt natürlich auch die Produktion ein nachhaltiges Wirken und Wirtschaften an und es soll ein faires, transparentes Miteinander mit Mitarbeitern, Freiberuflern und nicht zuletzt auch Kunden geben.

„Es haben sehr viele Menschen gesagt, es sei utopisch, mit der Positionierung auf Nachhaltigkeit Geld zu verdienen“, so Kaczmarczyk. „Je häufiger ich das gehört habe, desto mehr dachte ich: ,Doch, das muss möglich sein!‘“ Es folgte ein erster Businessplan, Balian stieß hinzu und die beiden setzten zusammen erste Projekte um. Der Plan sieht laut Vanouch Balian gar nicht so viel anders aus als andere Businesspläne. „Unsere Strategie ist es, mit unserer Positionierung Kunden anzusprechen, die unsere Werte teilen und ihnen zu helfen ihre Botschaft unter die Leute zu bringen“, so der Regisseur und Co-Gründer. Nachhaltiges Wirtschaften solle seiner Meinung nach ohnehin selbstverständlich für jeden Unternehmer sein, um für schlechte Zeiten etwas zurückzulegen. Wie schnell die kommen können, sehe man an 2020. Kleine Details unterscheiden sich dann aber schon. „Wenn wir reinvestieren, dann sollte das immer ,Grün‘ sein“, so Balian. [14201]

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