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Der Indiefilmtalk-Podcast feiert seine 100. Folge

Im Gespräch bleiben

Der ewige Kampf des Filmemachens ist alle zwei Wochen Thema im Indiefilmtalk-Podcast. Im April 2018 ging die erste Folge online, am 22. April 2021 kam die 100. Episode. Gründer Yugen Yah und seine Mitstreiterin Susanne Braun erzählten uns für die Ausgabe 5.2021, was sich an der Idee geändert hat, wie sie auf ihre Themen kommen und was wir in Zukunft erwarten dürfen.

Viele Projekte scheitern daran, dass die Macher nicht dranbleiben, beim Film wie beim Podcast. Das kann man Regisseur Yugen Yah und Theaterwissenschaftlerin Susanne Braun nicht vorwerfen. Mit ihren Mitstreitern Bianca Yasmina Rauch für Inhaltliches und Matthias Steiert für Tontechnik betreiben Yah und Braun den Indiefilmtalk-Podcast mittlerweile im vierten Jahr.Gegründet wurde das Projekt 2017 von Yugen Yah. Yah studierte zunächst an der SAE Digital Filmmaking. Im Studium entwickelte er sich immer weiter in Richtung Regie. Mit seiner eigenen Werbefilmproduktionsfirma produzierte er Werbung, Fashionfilme und Imageprojekte. Auf die Idee, einen Podcast zu starten, kam er im Schreibprozess zu einem neuen Filmprojekt. „Mich hat gestört, dass es wahnsinnig viele Podcasts und Youtube-Kanäle aus den USA gibt, aber branchenspezifisch zur Filmproduktion in Deutschland ganz wenige“, so Yugen Yah. „Der Name ,Indiefilmtalk‘ kommt daher, dass meine eigenen Projekte immer unabhängige Projekte gewesen sind und es ja immer um die Frage geht: Wie kann ich besser werden, wie können meine Filme besser werden und wie machen das die anderen?“

Susanne Braun studierte Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Im theoretischen Studium zog es sie schon früh in die Filmlandschaft. Dort arbeitete sie als Regie-Assistenz, bei Projekten der FilmArche und der DFFB, aber auch Filmen der Filmakademie Wien. Schließlich stieß sie über ein solches Projekt in die Festivalwelt. „Da habe ich gemerkt, dass der Dialog, der dort zwischen den Filmschaffenden und der Fachwelt, aber auch dem Publikum stattfindet, mir sehr gefällt!“ So kam sie zur Moderation von Festivals und lernte 2018 auf der Berlinale Yugen Yah kennen, der sie als Gast in den Podcast einlud. Beide einte das Streben nach einem Dialog und die Überzeugung, dass Veränderung und Fortschritt nur möglich sind, wenn man im Gespräch und damit im Austausch bleibt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Susanne Braun fest im Team des Indiefilmtalks war.

Das Konzept hat sich insofern verändert, dass zu Anfang die Podcaster ihre Gäste noch stärker in ihrem Freundes- und Kollegenkreis fanden, also Gast vor Thema. Jetzt wählen die beiden zuerst das Thema und schauen dann, wen sie dazu anfragen können.

Von Filmschaffenden lernen

Jedes Projekt, was den beiden auffällt, hat auch die Chance, in den Podcast zu kommen. Aber wird nicht besprochen, nur weil es gerade im Promotion-Zyklus ist. Das ist nur dann der Fall, wenn es wirklich einen interessanten Aspekt in Sachen Filmproduktion zu bieten hat. „Wenn Filmschaffende uns anfragen, ob sie als Gast vorbeischauen dürfen, fragen wir immer als Erstes: ,Was können andere Filmschaffende von dir lernen?“, so Susanne Braun.

Mit Vorliebe holen die Indiefilmtalker aktuelle Themen auf ihre Audiobühne. So hatten sie wichtige Sondersendungen wie das Corona-Spezial im Frühjahr 2020. Aber auch Diversität und Vielfalt im Film und die Gleichberechtigung finden sich in der Themenliste wieder. Den beiden ist es wichtig, Wissen für das Filmschaffen orts- und zeitunabhängig zugänglich zu machen, wie zum Beispiel die Möglichkeiten und Chancen eines diversen Castings vorzustellen – wie es kürzlich bei der Besetzung von „Katakomben“ von Jakob M. Erwa und seinem Team fast vorbildlich umgesetzt wurde. Doch auch Departments vorzustellen, die seltener im Fokus stehen, liegt den Podcastern am Herzen.

„Am schönsten sind die Gespräche am Ende des Jahres, wenn wir uns nahestehende Personen einladen, um die wichtigsten Themen und Filme noch einmal Revue passieren zu lassen“ sagt Susanne Braun. „Eine meiner Lieblingsfolgen ist die über das Prokrastinieren“, sagt Yugen Yah. „Das kennt jeder Kreativschaffende und wir haben besprochen, wie man damit umgehen kann.“

Der Indiefilmtalk-Podcast hat mehrere feste Rubriken, die neben den regulären 14-tägig erscheinenden Episoden existieren, die „Roundtables“, die „Panels & Talks“ und die „Sonderfolgen“. Der „Roundtable“ ist ein Event, bei dem mehrere Gäste über eine Regisseurin oder einen Regisseur und deren Werk sprechen. Kürzlich war hier Christopher Nolan das Thema. Außerdem gibt es die „Panels & Talks“, wo verschiedene Festivalgespräche oder Branchentalks auditiv aufbereitet präsentiert werden. Festivals, deren Events man hier nachhören kann, sind unter anderem die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die Genrenale oder das Filmfestival Cottbus.

„Das war eine wichtige Erweiterung unseres Angebots“, so Yugen Yah. „Ich war auf so vielen Festivals mit echt tollen Panels. Aber wenn die nur einmal stattfinden, kommt danach keiner mehr an diese Informationen, dann verpuffen die!“ Mit der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin gibt es auch eine Zusammenarbeit. So präsentiert der Podcast die hochschuleigene Eventreihe „DFFB-Sessions“ und stellt die Panels zu Themen wie Crowdfunding oder Showrunning als Audiospur ins Netz. Die „Sonderreihen“ sind vier Folgen, die sich um ein besonderes Thema kümmern, wie etwa die Veränderung der Kinolandschaft.

Für die Zukunft gibt es Gästewünsche: Susanne Braun würde gerne mal Andreas Dresen oder Doris Dörrie begrüßen, Yugen Yah hätte gerne Christian Schwochow und Bully Herbig zu Gast. Zur 100. Episode gingen beide live ins Netz und begrüßten ein paar alte Bekannte vor den Mikrofonen.

Wer Yugen Yah und Susanne Braun unterstützen möchte, kann dies auf deren Homepage machen. Seit 2020 kann man den Podcast per Abo mit einem kleinen Obulus fördern. „Wir sind ja auch eine Independentproduktion“, sagt Susanne Braun. „Daher ist es nur logisch, dass die, die uns hören wollen, uns auch mitfinanzieren können.“ [14518]


Hier geht es zur Homepage des Indiefilmtalk-Podcasts!


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