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Kameramann aus München

Drei Fragen an Christian Rein

Christian Rein ist Kameramann und Dozent an der Hochschule für Fernsehen und Film HFF in München. Er hat unsere Drei Fragen im Heft 11.2023 beantwortet und verraten, wie ihn der Wandel in der Filmbranche beschäftigt und warum er findet, dass sich die Denkweisen ändern müssen.

Porträt von Christian Rein
Foto: HFF

 1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Außerhalb meiner Arbeit als Kamera-Dozent an der HFF München liegt mein Arbeitsschwerpunkt vor allem im szenischen Bereich, Spielfilm wie Serie, dennoch mit leichter Präferenz für den Spielfilm als abgeschlossene Erzählung und Einzelstück. Ich hatte in meiner Laufbahn das Glück, in unterschiedlichsten Bereichen tätig sein zu dürfen. So auch in der Werbung, bei Musikvideos und im Dokumentarfilm. Im Spielfilm versuche ich genreübergreifend zu arbeiten, von Low Budget Arthouse bis zum aufwendig produzierten Mainstream-Kino. Und wenn man Glück hat, darf man auch einen gut budgetierten Arthouse-Film machen … Nein wirklich, die Unterschiedlichkeit der Genres und Filme macht die Arbeit immer wieder so interessant und spannend, da die Anforderungen und Herangehensweisen so unterschiedlich sind. Es ist mir wichtig, nicht einen oder meinen Stil einem Projekt überzustülpen, sondern die passende Erzählweise und Erzählhaltung zu finden.

In den letzten Jahren befindet sich die gesamte Filmbranche und insbesondere das Berufsfeld der Kamerapersonen
durch die Digitalisierung und der damit einhergehenden Demokratisierung und den neuen Verbreitungsmöglich-
keiten im Wandel. YouTube, soziale Netzwerke, wie zum Beispiel Instagram oder TikTok und die Streamingdienste CY beeinflussen nicht nur unsere Sehgewohnheiten, sondern CMY auch Themen und Inhalte. Diese neuen Sehgewohnheiten und Inhalte verändern unsere Wahrnehmung und als Filmemachende auch unsere Erzählweise, Haltung und Interpretation von Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen. Deswegen glaube ich, dass man in unserem Beruf nur bestehen kann, wenn man versucht, sich in allen Bereichen sowohl gestalterisch wie handwerklich als auch sozial ständig weiterzuentwickeln und zu lernen.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Als Mitglied der Deutschen Filmakademie habe ich dort Vorträge gehalten, an einigen Filmhochschulen unterrichtet und an Panels teilgenommen. Ansonsten bin ich aber in keiner Berufsvereinigung oder einem Verband aktiv.

Generell brauchte es meiner Meinung nach auch eher eine Organisation, die sich um die Belange aller an einer Filmherstellung teilnehmenden Menschen kümmert. Es ist ein Muss, Themen wie Diversität und Genderequity voranzu- bringen. Des Weiteren sollten auch die produktionstechnischen Zustände überdacht und einer modernen Gesellschaft entsprechende Arbeitsbedingungen ermöglicht werden. Hier reichen aber „Codes of conduct“ oder sonstige Lippenbekenntnisse nicht aus. Es braucht eine tiefgreifende Veränderung der Denkweisen. An der HFF München sehe ich aber eine junge Generation von Filmemachenden nachwachsen, die diese Weltbilder schon verinnerlicht haben und proaktiv leben.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Eine klare Grenze ist für mich schwer zu ziehen. Denn die Leidenschaft und das Interesse für Film wirken auch ins Private. So sehe ich meine Profession auch nicht als Arbeit. Musik war und ist für mich immer noch eine zweite Welt. Da musste ich mich aber schon früh aufs Plattensammeln konzentrieren, da ich leider von beispielloser musischer Talentlosigkeit befallen bin. Aber im Zentrum stehen immer meine Kinder, Finn und Leni, junge Erwachsene, von denen ich in den letzten Jahren sehr viel lernen durfte. [15378]


 Sie möchten auch unsere Drei Fragen beantworten? Dann füllen Sie hier online den Fragebogen aus!


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