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Presenter-Positionen und Boulderwettbewerbe

Spitzenleistung bei den Finals (2)

Für die Live-Übertragung der „Finals Rhein-Ruhr 2023“ in Düsseldorf und Duisburg  hatten ARD und ZDF eine gemeinsamen Produktion auf die Beine gestellt. Wir waren für unser Heft 9.2023 hinter den Kulissen dabei und haben uns angeschaut, wie die Presenterpositionen realisiert und die Boulderwettbewerbe übertragen wurden.

Düsseldorf, Rheinufer: Presenter-Position ARD mit Moderatorin Jessy Wellmer
Foto: Creative Art Production

Die Presenter-Position von ARD und ZDF befand sich am Beginn der Hochsprunganlage direkt an der unteren Kaimauer zum Rhein. Jessy Wellmer (ARD) und Sven Voss (ZDF) wurden mit zwei Ikegami-Kameras auf Pumpstativen abgedeckt. Die Technik kam von einer WDR SNG-Einheit des WDR. Um die Sportmoderatoren gegen die Sonne auszuleuchten, wurden vier 2-kW-Stufenlinsenscheinwerfer mit Tageslicht und Torblenden auf Stativen eingesetzt.

Die Position war am Donnerstag und Freitag im Einsatz. Samstag und Sonntag wurde eine Presenter-Plattform im Landschaftspark Duisburg genutzt, die auf einer Terrasse im Stahlgerüst der ehemaligen Gießhalle 2 aufgebaut wurde. Auch hier standen zum Ausleuchten der Szene gegen die Sonne vier 2-kW-Stufenlinsenscheinwerfer mit Tageslicht und Torblenden auf Rollstativen bereit. Die Technik kam hier von der ZDF HDSNG 2, die auf Bodenniveau in einem Unterstand zusammen mit dem WDR Ü2, Rüstwagen und weiteren Produktionsfahrzeugen positioniert war.

„Die Kamera und Mikrofonsignale wurden einzeln nach Köln übertragen und somit die Plattform ,remote‘ an die Regie in Köln angebunden“, erläutert Clemens Dieckmann. „Das Colour-Matching und die Tonpegelanpassung geschahen vor Ort auf der SNG. Die Kameraleute und die Aufnahmeleitung waren über Kommandoverbindungen direkt mit der Regie B in Köln verbunden. Das hatte den Vorteil, dass man zentral von dort die Plattform steuern konnte und nicht noch zusätzlich Regie und Bildmischer an das jeweilige Presenter-Venue schicken musste.“

Bouldern im Landschaftspark

Am Samstagmorgen begann der ZDF-Sendetag mit Bouldern, produziert vom NDR Ü1 aus Hamburg, der zusammen mit dem Rüstwagen in einem kleinen TV-Compound neben der Halle der ehemaligen Kraftzentrale stand. Innen waren zwei Kameragerüste aufgebaut worden. Darauf stand jeweils eine Kamera mit einem Fujinon DigiPower 101 Boxobjektiv. Unten waren vor der Wand zwei Kameraleute mit drahtlosen Kameras im Schulterbetrieb auf den Schultern im Einsatz.

Auf der über vier Meter hohen Wand, die teilweise aus überhängenden Teilen bestand, wurden unterschiedlich große und künstliche Boulder zu einer Route aufgeschraubt. Die Sportler im Herren-Finale kletterten ohne Seil und Gurt bis oben durch. Die Darstellung der überhängenden Wandteile mit den Bouldern war im zweidimensionalen TV-Bild meist nur in den seitlichen Aufnahmen der Kameraleute gut zu erkennen.

Kameratechnik bei den Boulderwettbewerben
Die Boulder-Wettbewerbe wurden mit zwei drahtlosen Schulterkameras sowie zwei Kameras auf Gerüsten mit Fujinon-Boxoptiken eingefangen. (Fotos: Creative Art Production)

Fazit

Clemens Dieckmann, der technische Leiter des National Broadcast Center, fasst die Herausforderungen der Planungen und der vergangenen vier Produktionstage zusammen: „Die vielen Sende- und Rückleitungen zu den Venues mussten neben dem ,normalen‘ Geschäft angenommen, auf den Haus-Takt synchronisiert und im WDR verteilt und aufgezeichnet werden. Außerdem musste jedes Venue mit Kommunikation und Internet versorgt werden. Geholfen hat, dass die anderen Sportevents, wie zum Beispiel die Fußball-Bundesliga, in der Sommerpause waren und auch kein anderes großes Event parallel lief. Organisatorisch mussten die Workflows von ARD und ZDF aneinander angepasst werden. Zum Beispiel musste eine ZDF IT-Struktur im WDR angebunden werden und für die Regie zwei Redaktions-Planungstools zur Verfügung gestellt werden. Auch die Workflows und Vorlagen für den Schnitt auf der Quantel-Serverplattform mussten angepasst werden, da das ZDF ausschließlich auf Avid produziert. Von meiner Seite hat alles so funktioniert wie es sollte.“

„Im TV und online fand die vierte Ausgabe dieses Multisportevents eine gute Resonanz“, resümiert ZDF-Sportchef Yorck Polus. „Die Vielfalt des Sommersports in dieser attraktiven Mischung aus Sportarten wie Stabhochsprung, Triathlon und Turnen sowie modernen Disziplinen wie BMX, 3×3-Basketball oder Breaking in ARD und ZDF zu übertragen, hat den Zuschauerinnen und Zuschauern ein olympisches Gefühl vermittelt – ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Paris.“

Mit der TV-Ausstrahlung des Programms und den Livestreams in den Mediatheken, wo alle Sportevents auch weiterhin in voller Länge präsentiert werden, konnte das Fernsehpublikum bei ARD und ZDF in der ersten Reihe sitzen und wurde mit dem viertägigem Sportprogramm bestens über die 18 Deutschen Meisterschaften informiert und unterhalten. Dafür erbrachten nicht nur die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch das TV-Produktionspersonal bei Außentemperaturen bis 35° C echte Spitzenleistungen. [15360]


Lesen Sie hier, wie bei der Übertragung der Finals 2023 das National Broadcast realisiert und der Stabhochsprung eingefangen wurde!


 

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