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Kameramann aus Sinzheim

Drei Fragen an Michael Merkel

In unserer Rubrik „Drei Fragen“ stellen wir in jedem Heft eine Filmschaffende oder einen Filmschaffenden mit drei Fragen zu Arbeitsschwerpunkt, beruflichem Engagement und Freizeit vor. In unserer Ausgabe 01.2026 hat Michael Merkel, Kameramann aus Sinzheim, erzählt, was ihn bei der Arbeit an den „Fallers“ fasziniert und warum er seinen VW Camper von 1966 nicht nur poliert.

Michael Merkel
Foto: Benoît Linder

 1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Als festangestellter Kameramann bei einem Sender, in meinem Fall dem SWR, habe ich ein recht breites Aufgabengebiet. Zum einen findet man mich gelegentlich an der E-Kamera bei Studioproduktionen oder Außenübertragungen, deutlich öfter arbeite ich aber im EB-Bereich.

Entweder bin ich dann als als Ein-Personen-Team für zum Beispiel Nachrichten oder Magazin-Formate oder auch klassisch im Zwei-Personen-Team für Doku-Formate und Feature-Produktionen unterwegs. Gerade bei den längeren Formaten gibt es immer wieder spannende Projekte.

Zu meinem großen Glück realisieren wir beim SWR aber auch imer noch szenische Formate in Eigenproduktion. Allen voran der „Tatort“ und die SWR-Serie „Die Fallers“. In der szenischen Kameraarbeit würde ich auch klar meinen Arbeitsschwerpunkt sehen. Schon während meiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton von 2003 bis 2005 bekam ich die Möglichkeit als 2nd AC zu arbeiten, danach konnte ich als 1st AC anfangen, alles inhouse.

Im Jahr 2009 durfte ich für „Die Fallers“ die B-Kamera führen und bald darauf auch verantwortlich die A-Kamera übernehmen. Mit der Zeit habe ich weit über 200 Folgen dieser Serie gedreht. 2022 hat sich mein Schwerpunkt dann etwas verlagert. Seither drehe ich verstärkt den „Tatort“ als DoP. Was mich dabei am meisten begeistert, sind die Arbeit mit Licht, die immer wieder neuen Herausforderungen, die die jeweilige Geschichte an mich stellt und das Zusammenwirken aller Gewerke, um diese Geschichte zu erzählen.

Dabei profitiert meine szenische Arbeit durchaus von Erfahrungen aus dem EB-Bereich, gerade was Spontanität angeht. Aber auch umgekehrt kann ich viel szenische Erfahrung in meine EB-Produktionen einfließen lassen.

Grundsätzlich finde ich, dass mir die Abwechslung in meiner Arbeit guttut und mir immer wieder neue Perspektiven auf meine Aufgaben eröffnet. Auch habe ich das Gefühl, dass die bereichsübergreifenden Kenntnisse sowohl von Regisseuren und Redaktionen als auch von Doku-Autoren geschätzt werden, was immer wieder dazu führt, dass ich für verantwortliche oder lichtsetzende Tätigkeiten unter anderem im Studio oder bei Ü-Wagenproduktionen eingesetzt werde. Wenn Ende 2028 die szenischen Eigenproduktionen beim SWR eingestellt werden, könnte sich ab 2029 mein Arbeitsschwerpunkt vielleicht in diese Richtung verschieben.

Bis dahin hoffe ich aber noch einige szenische Produktionen drehen zu dürfen. Gerade bin ich in der Vorbereitung für „Tatort – Im Nebel“, dieses Mal aus Ludwigshafen unter der Regie von Saralisa Volm. Ausgestrahlt wird die Folge voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2027.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Nein, ich bin in keinem Verband aktiv.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Mein Beruf verlangt viel Zeit und Flexibilität. Nicht nur von mir, meine Familie muss die Umstände, die diese Arbeit mit sich bringt, ja mittragen. Daher lasse ich es privat gerne etwas ruhiger angehen und verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Im Sommer werde ich zum dritten Mal Papa, da wird es so schnell nicht langweilig. Gerade im Sommer bin ich viel im Garten, was für mich ein guter Ausgleich zum trubeligen Arbeitsalltag ist. Und eigentlich immer versuche ich, unseren Bulli genug zu bewegen, was mal besser und mal schlechter gelingt. Es ist ein VW Camper Baujahr 1966, der nicht nur sonntags raus darf und ständig poliert wird, im Gegenteil. Wir fahren damit tatsächlich in Urlaub, über Alpenpässe nach Italien oder Frankreich, oder wo das Wetter sonst gerade schön ist. Jetzt wo die Kinder klein sind, ist das natürlich hintenangestellt, wird aber so bald wie möglich wieder aufgenommen.

Alle regelmäßigen Aktivitäten wie eine Vereinsarbeit oder auch Mannschaftssport habe ich über die Jahre weitestgehend aufgegeben: die Arbeit… Wann immer es geht, unterstütze ich aber das Lichttechnikteam auf einer Freilichtbühne. Außerdem findet man mich ab und zu auch auf dem Tennisplatz – nur leider viel zu selten! [15601]


Du möchtest auch unsere Drei Fragen beantworten? Dann fülle hier online den Fragebogen aus!


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