Anzeige
Anzeige
Advertorial
Der Drahtlos-Empfänger Axient Digital ADX5D von Shure in der Praxis

Verbunden ohne Kabel

Der Filmtonmeister Rainer Plabst hat den zweikanaligen Funkempfänger ADX5D von Shure beim Dreh des aktuellen Kinofilms „Freibad“ von Doris Dörrie eingesetzt und berichtet von seinen Erfahrungen.

Ein ADX5D in einer Tontasche

Rainer, du arbeitest seit über 30 Jahren als Filmtonmeister. Welche Produktionen hast du gemacht und in welchen Genres bewegst du dich?
Grundsätzlich arbeite ich nur für Fernseh- oder Kinospielfilme. Bis jetzt habe ich keine Dokumentation gemacht und nur eine Handvoll Werbungen. Die Filme sind mein Spezialgebiet und das mache ich auch am meisten, weil ich gerne Dialoge mag und deren Aufzeichnung immer anspruchsvoll ist. Ich höre gerne guten Schauspielern zu.

Wie gehst du generell bei deinen Jobs vor? Angelst du immer oder bekommen alle Schauspielerinnen und Schauspieler einen Anstecker?
Bei mir werden immer alle verkabelt, solange das Kostüm es zulässt, völlig unabhängig von der Szene. So kann ich gewährleisten, dass bei allen unvorhergesehenen Bewegungen der Ton immer sauber eingefangen ist, auch wenn die Angel einmal nicht mitkommen sollte. Da gehe ich nicht das Risiko ein, erst einmal zu schauen, ob es ohne Anstecker funktioniert, und dann müssen alle doch noch verkabelt werden. Deshalb starten wir vor jeder Szene immer mit dem Verkabeln.

Das Hauptaugenmerk liegt immer auf der Angel, weil das meistens der bessere und natürlichere Ton ist. Die Anstecker sind immer zusätzlich dabei, so dass im Schnitt dann noch gehört werden kann, welcher Ton besser passt. Außerdem gibt es dann noch die Möglichkeit, beide Signale zu mischen: Wenn mehr Sprachverständlichkeit nötig ist, kann ein wenig vom Sender hinzugegeben werden.

Tonmeister Rainer Plabst bei einem Dreh an seinem Toncart
Tonmeister Rainer Plabst bei einem Dreh an seinem Toncart

Welche Mikrofone bevorzugst du?
Früher haben wir teilweise noch mit dynamischen Mikrofonen geangelt. Die haben einen warmen, angenehmen Charakter, hatten aber den Nachteil, dass sie recht schwer waren. Als dann später andere Recorder benutzt wurden und es kein Bandrauschen mehr gab, waren dynamische Mikrofone eigentlich keine Option mehr. Daraufhin habe ich dann viele Jahre und bis heute mit dem Sennheiser MKH 416 für Innenräume gearbeitet. Das ist immer noch ein sehr gutes Mikrofon. Im Außenbereich war es dann meistens das MKH 816 von Sennheiser, ein langes Richtrohr. Das machen viele eher nicht, aber es ist schon toll, wenn man draußen die Umgebungsgeräusche gut abschirmen kann.

Wie sieht das bei Ansteckern aus?
Anstecker habe ich ganz viele unterschiedliche. Von Countryman, Sanken und DPA. Da habe ich nicht wirklich ein Lieblingsmikrofon, sondern meine Wahl hängt davon ab, wer verkabelt wird und welches Kostüm die Person anhat. Ein Sanken mag ich sehr gerne, aber es lässt sich nicht immer benutzen. Wenn wir dann doch mal durch ein Knopfloch müssen, dann muss ein Countryman B6 her, auch wenn es nicht so klingt wie meine Mikros von DPA oder Sanken.

Du hast nun die Mikrofon-Empfänger Shure Axient Digital ADX5D beim neuen Doris-Dörrie-Film „Freibad“ verwendet. Wie ist es dazu gekommen, dass du das neue System einsetzen konntest?
Shure habe ich schon lange verfolgt, allein dadurch, dass ich früher viel mit Musik und Beschallung zu tun hatte. Da war Shure ja immer schon Marktführer, man denke nur ans SM58. Dann bin ich irgendwann online auf die Axient-Digital-Serie aufmerksam geworden. Da gab es aber noch keinen Taschenempfänger. Zwar habe ich im Rack die Möglichkeit, Rack-Empfänger zu integrieren, aber der zieht dann 230 Volt und kann ihn nicht in die Tasche packen, wenn ich dann doch mal mobil sein muss. Dann kamen Gerüchte auf, es werde einen Taschenempfänger geben, was sich dann im vergangenen Jahr als richtig herausgestellt hat.

Dann wurde mir mein sechster Doris-Dörrie-Film angeboten. Ich arbeite mit Doris seit 13 Jahren zusammen und mache ei- gentlich alle ihre Filme. Ich habe mir dann alles durchgelesen und gedacht: „Blöd – die Schauspielerinnen haben kaum etwas an!“ Es ging um ein Frauen-Freibad und bis auf wenige Ausnahmen bestand der Haupt-Cast nur aus Frauen, die entweder Badeanzug, Bikini oder noch weniger anhatten. Da wurde mir klar: mit einer Angel und Ansteckern allein ist das nicht machbar. Wir werden oft zwei Assistenten benötigen.

Dann habe ich gedacht: ich mache einfach mal eine Anfrage bei Shure und frage, ob sie mir den neuen Empfänger zum Testen zur Verfügung stellen möchten. Das ist immer etwas anderes, ob man ein solches Gerät bei sich zu Hause oder bei einer echten Produktion testet. Freundlicherweise habe ich dann einen Empfänger, den ADX5D, bekommen – zu Beginn waren die Geräte durch den globalen Mangel an Bauteilen nur knapp verfügbar. Ich habe zwei Angeln, wofür ich dann zwei Shure AD3-Aufstecksender bekommen habe. Zusätzlich habe ich noch einen ADX1-Taschensender und einen ADX1M-Mikro-Taschensender bekommen. Damit war ich schon mal zufrieden und habe mir dann selbst Angel-Halterungen gebastelt, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine gab. Meine beiden Assistenten wurden somit beide mit einem Sender ausgestattet. Zuvor war ich ein Audio- Ltd.-Nutzer seit vielen, vielen Jahren. Da musste ich immer eine externe Phantomspeisung einsetzen. So ist das nun alles in einem Gerät.

Vier Shure Axient Digital ADX5D in einem Tonrack
Beim Einsatz in einem Toncart passen vier Shure Axient Digital ADX5D in eine Rackbreite.

Sehr oft haben wir auf das Axient-Digital-System zurückgegriffen und immer mal wieder auf mein altes System zurück- gewechselt, und dafür den kleinen Taschensender ADX1M benutzt. Dieser hat im Vergleich viele Größen-Vorteile. Er ist generell kleiner, hat einen versenkten Mikrofon-Anschluss und keine störende außenliegende Antenne – das war der größte Bonus. Auch die Audio Ltd. Mini TX sind schon klein, aber eben nicht so klein wie der ADX1M. Dort stehen sowohl der Stecker als auch die Antenne raus. Das macht es bei Bikinis schwierig, einen solchen Sender unterzubringen. Der ADX1M hat super funktioniert, die klingen toll, die Reich- weite ist gut – auch wenn ich es nur draußen testen konnte.

Inwiefern unterscheidet sich aus deiner Sicht das Shure Axient-Digital-System von deinem bestehenden Audio- Ltd.-System?

Mein bestehendes System ist voll analog und das System von Shure ist digital. Das Axient-Digital-System liefert natürlich viel mehr Frequenz- und Dynamikumfang. Wichtig war mir noch die Übersteuerungsfestigkeit, die die Shure-Empfänger liefern. Ich hatte eine türkische Familie dort und die hat von ganz leisem Flüstern bis zu lautem Schreien alles in einem Take von sich gegeben. Da war ich besonders froh, dass es nie geclippt hat, keine Übersteuerung vorhanden war und vor allen Dingen es sich nicht so angehört hat, als würde ein Limiter das Signal abschneiden. Das System funktioniert genial. Ein anderer Punkt ist, dass mein altes System nicht scannen kann. So konnte ich mit dem ADX5D schnell scannen und sehen, welche Frequenzbereiche gerade für mich frei sind.

Also ist die Mischung aus den Klangvorteilen der digi- talen Übertragung, die Verlässlichkeit und die Scann- Möglichkeit für dich der Haupt-Vorteil?
Auf jeden Fall! In analogen Systemen war immer ein Compander eingebaut. Im Freibad wurde viel Ball gespielt und da wäre bei jeder Ballberührung ein Pumpen im Ton gewesen, das zu einer kleinen Rauschfahne geführt hätte. Außerdem ist das Signal völlig unkomprimiert: Eine Kabelverbindung ohne Kabel.

Ein ADX5D in einer Tontasche.
Durch die kompakte Bauform eignet sich der ADX5D auch für den mobilen Einsatz in einer Tontasche.

Hast du dir nun selbst auch ein System bestellt?
Ja, ich habe zunächst vier ADX5D bestellt mit insgesamt neun Sendern. Ein Angelsender, vier kleine und vier große. Wahrscheinlich werde ich mir noch einen fünften Doppelempfänger mit einem zweiten Angelsender zulegen. Inzwischen habe ich mir ein Fünfer-Rack zusammengestellt. So habe ich meine zehn Kanäle und das sollte eigentlich ausreichen. Grundsätzlich nehme ich zehn Kanäle als Multitrack beziehungsweise Einzelspuren auf und zusätzlich liefere ich eine Summe ab. Nach wie vor mache ich einen gemischten Sender-Kanal, wo ich alle meine Sender zusammenführe und eine Angel-Spur, die ich aber Mono abhöre.

Mittlerweile gibt es auch entsprechende Einschübe mit Antennen-Splittern, damit das System auch für den Taschen-Einsatz tauglich ist. Denn natürlich kann ich nicht überall mit meiner kompletten Ton-Karre hin. Was auch noch für das Axient-Digital-System spricht, ist die geringe Latenz. Während der gesamten Dreharbeiten hatte ich keinerlei Probleme mit Phasing oder Echos, selbst in Kombination mit meinen analogen Systemen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.