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DoP Thomas W. Kiennast über seine Bildgestaltung für die Sky-Miniserie „Die Ibiza-Affäre“

Free Download: Nicht wichtig machen – DoP Thomas Kiennast

Der heimliche Videomitschnitt eines Abends auf Ibiza brachte 2019 die österreichische Regierung zu Fall. Jetzt hat Regisseur Christopher Schier für Sky aus der Geschichte eine Miniserie gemacht. DoP Thomas W. Kiennast übernahm die Bildgestaltung für „Die Ibiza-Affäre“. Der Kameramann erzählte uns für unsere Ausgabe 1–2.2022, warum seine Projekte so unterschiedlich sind und wie er die Bildsprache trotz kurzer Drehzeit umsetzte. Hier gibt es nun den kompletten Artikel zum kostenlosen Download!

PDF-Cover "Nicht wichtig machen"Der Mann im blauen T-Shirt steht aufrecht im Hintergrund des Bildes vor einem einfachen Vitrinenschrank und hält die Hände zu einer Waffe geformt. Ein weiterer Mann im grauen T-Shirt sitzt im Vordergrund und trinkt aus seinem Glas. Mindestens zwei weitere Personen sind im Raum, ihre Gesichter sind verpixelt. Ein einfaches Bild.

Doch Bilder sind mächtig. Dieses ging um die Welt und löste in Europa ein politisches Erdbeben aus. Es hatte die Macht, die österreichische Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ zu zerbrechen. Die Aufnahme stammt aus einem auf Ibiza heimlich aufgezeichneten Video, das am 17. Mai 2019 von den Onlineportalen der Süddeutschen Zeitung und des Spiegels in Ausschnitten veröffentlicht wurde. Die beiden abgebildeten Männer entwerfen darin konkrete Szenarien zur Korruption, Aushebeln der Gesetze zur Parteienfinanzierung sowie zur massiven Einflussnahme auf ein parteiunabhängiges Medium durch dessen verdeckte Übernahme. Der Mann im blauen T-Shirt ist Johann Gudenus, Nationalratsabgeordneter und Geschäftsführer der FPÖ-Fraktion im Nationalrat, der Mann im grauen T-Shirt ist der damalige Vizekanzler der Alpenrepublik und Vorsitzender der FPÖ Hans-Christian Strache.

Politisches Statement

DoP Thomas W. Kiennast kam an die Verfilmung der Affäre als Miniserie über Regisseur Christopher Schier. „Mir ist das politische Statement, so einen Stoff zu verfilmen, sehr wichtig“, sagt DoP Kiennast. „Das ist auch ein Geschenk, dass man das machen darf.“ Thomas W. Kiennast hat in Wien an der Filmakademie Kamera und Schnitt, später noch Produktion studiert. Er merkte damals jedoch schnell, wie sehr ihm die praktische Arbeit lag, stieg als DoP bei der TV- Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“ ein und beendete das Studium nie. Geschadet hat es vermutlich nicht: Für seine Bildgestaltung wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zudem zeigt seine Filmografie eine hohe Versatilität. Neben dem Heimatwestern „Das finstere Tal“ von Andreas Prochaska finden sich der „Tatort: Die Faust“ unter der Regie von Christopher Schier, das kammerspielartige Schwarz- Weiß-Drama „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef, die quietschbunte Musicalverfilmung „Ich war noch niemals in New York“ von Philipp Stölzl sowie Moritz Bleibtreus düsteres Regiedebüt „Cortex“ unter seinen Werken. [14988]


Hier können Sie den Artikel “Nicht wichtig machen” aus unserer Ausgabe 1–2.2022 kostenlos herunterladen!


 

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